Heavysaurus reagieren auf Gewalt- und Satanismus-Vorwürfe

Es ist eine Geschichte, älter als der Heavy Metal selbst: Schon The Beatles wurden Satanismus und Blasphemie vorgeworfen. Nun gerieten Heavysaurus in das Visier der berüchtigten Metal-Kritikerin Christa Jenal, die in den Neunzigern auch schon Cannibal Corpse Probleme machte. In einem Statement auf Instagram wehrt sich die Dino Metal-Band gegen die Kritik.
Der Rattenfänger von Hameln
In einem Leserbrief an die Saarbrücker Zeitung, die in einem Artikel über Heavysaurus berichtete, beschwerten sich Christa Jenal und ihr Mann Peter zunächst: „Der Rattenfänger von Hameln trägt heute ein Dinosaurierkostüm und spielt Heavy Metal statt Flöte. Und das für ein erklärtes Zielpublikum von drei bis zwölf Jahren!
Was für ein perfektes Geschäftsmodell: Heavy Metal einüben für die Kleinen, Pommesgabel, Satanszeichen inklusive. Erst „Heavysaurus“ dann „Cannibal Corpse“, Familienausflug zum Festival nach Wacken oder zum Konzert nach Saarbrücken. Wen wundert da noch die Gewaltentwicklung. Kinder- und Jugendschutz sind nicht mehr in“, heißt es in dem Brief.
Satanszeichen
In einer Sprachnotiz auf Instagram antwortet Sänger Mr. Heavysaurus daraufhin humorvoll: „Hier spricht der Rattenfänger von Hameln.“ Bevor er weiter im Charakter erklärt: „‘Kaugummi ist mega’, der Song-Text ist gewaltverherrlichend? Wusste ich noch nicht. Und wir würden das Satanszeichen machen.
Das machen wir gar nicht. Wir machen die Pommesgabel. Und wer nicht weiß, wie die Pommesgabel geht: Das ist wie der Schweigefuchs, nur anders“, woraufhin er ersthafter fortführt: „Wir machen viele Dinge. Wir stellen uns gegen Mobbing, wir stellen uns gegen Rassismus. Bei uns sind alle gleich. Alle werden bei uns inkludiert. Ich weiß gar nicht, wie Frau Jenal auf solche Aussagen kommt, denn scheinbar war sie noch nie auf einem Konzert von uns.“
Einladung
Dann lädt Mr. Heavysaurus Christa Jenal auf ein Konzert ein: „Frau Jenal, wenn Sie das hören sollten, dann kommen sie doch einfach mal bei einem Konzert vorbei. Dann rocken wir gemeinsam und sie werden sehen, wie viel Spaß die Kleinen da haben. Denn auch wenn Sie Festivals wie das Wacken kritisieren, ist das eines der friedlichsten Festivals überhaupt, auf der ganzen Welt.“
Gitarrist Riffi Raffi fügt (ebenfalls im Charakter) hinzu, dass die Pommesgabel ja eigentlich dazu gedacht ist, böse Geister abzuwehren: „Hallo, hier ist Riffi, schönen guten Tag alle. Die kennen die Pommesgabel gar nicht richtig. Die hat doch Ronny James Dino erfunden, wie der Heavy wie immer sagt. Genau genommen hat er die von seiner italienischen Oma und das ist ein Zeichnen, um böse Geister abzuwehren.“
Familienausflug nach Wacken
Weiter sagt er: „Und die Idee mit dem Familienausflug zum Festival nach Wacken finde ich super. Also als wir im letzten Sommer da gespielt haben, könnt ihr euch erinnern, da waren an dem Morgen ganz viele Kinder da. Und das war nämlich extra ihr Vormittag für Kinder, für die Familien war das toll. Warum ist denn das schlecht? Klar, Cannibal Corpse machen keine Musik für Kinder. Die singen ja über Gruselgeschichten“, bevor er sich einem schmackhaften Müsli mit Socken widmet.
Christa Jenal ist vor allem für ihren erbitterten Kampf gegen Cannibal Corpse in den Neunzigern bekannt. Damals sorgte sie dafür, dass deren Album BUTCHERED AT BIRTH (1991) auf dem Index jugendgefährdender Medien verzeichnet wurde. Außerdem erwirkte sie Verbote, bestimmte Lieder der Band live zu spielen. Trotz ihrer einzelnen Erfolge verhalf die Kritikerin Cannibal Corpse durch den Medienrummel letztendlich zu einem größerem Publikum in Deutschland.
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Quelle: METAL HAMMER.de
















