Metallica-Bassist Robert Trujillo erzählt von skurrilem Vorspielen

Metallica-Bassist Robert Trujillo spricht in der aktuellen Folge des Podcasts ‘Trying Not To Die’ mit Jack Osbourne und Ryan Drexler über die absurde Art, wie er von der Audition von Metallica erfahren hat: „Der Tag hat sich sehr surreal angefühlt“, erinnert sich Trujillo. „Es war ähnlich [wie damals bei Ozzy] – ich habe erst nach einer Weile begriffen, was da eigentlich gerade passiert.“
Zwischen Ozzy und Metallica: Trujillo vor einer schweren Entscheidung
Zunächst erhielt Trujillo eine Einladung von Ozzy Osbourne, bei dem er bereits zwei Jahre zuvor die Position des Bassisten übernommen hatte. Er vermutet, dass Ozzy bereits von Metallicas Interesse wusste: „Er rief mich an und sagte, dass er mit dem Ozzfest auf Tour gehen würde, und meinte: ‚Komm mit.‘ Und ich sagte nur: ‚Ja, los geht’s.‘“
Direkt am nächsten Tag bekam Trujillo jedoch überraschend einen Anruf von Metallica-Schlagzeuger und -Gründungsmitglied Lars Ulrich: „Hey, komm nach San Francisco. Wir müssen mit dir sprechen.“ Robert Trujillo wollte zunächst sein Versprechen gegenüber Ozzy einhalten, mit ihm auf Tour zu gehen, doch Lars drängte auf eine schnelle Entscheidung: „Der Zug ist bereits am Rollen – und zwar ziemlich schnell.“
Orientierungslos im Metallica-Studio
Bei einem zweitägigen Vorspielen im Studio war Trujillo zunächst nur ein stiller Beobachter, während die Metallica-Mitglieder mit Produzent Bob Rock ihr Album ST. ANGER (2003) aufnahmen: „Und ich war irgendwie ziemlich orientierungslos, weil mir niemand richtig erklärte, was eigentlich los war. Ich war einfach nur da.“
Doch am Ende des Tages lud Lars ihn überraschend in eine Bar ein: „Hey, lass uns noch etwas trinken gehen. Lass uns auf einen Absacker gehen.‘“
Lars Ulrichs ungewöhnlicher Test für Robert Trujillo
Nach einer langen und ausschweifenden Nacht mit vielen Cocktails war Trujillo zu betrunken, um nach Hause zu fahren, und schlief in Lars’ Hotelzimmer. Geweckt wurde er, als dieser früh morgens bereits energetisch auf seiner Tretmühle rannte: „Okay. Dann mal los. Ab ins Studio.“
Noch sichtlich gezeichnet von der durchzechten Nacht machte sich Trujillo auf den Weg ins Studio, wo Metallica-Frontmann James Hetfield bereits auf ihn wartete. Er hatte gerade einen Entzug hinter sich, und in Trujillos Worten: „Die letzte Person, die er in der Nähe seiner Band sehen möchte, ist ein betrunkener Mexikaner. Das wäre dann ich“, lacht Trujillo.
Er vermutet, dass Lars Ulrich ihn damals bewusst auf die Probe stellte: „Lars hat das gemacht, um zu sehen, ob ich mit ihm mithalten konnte.“
Mit ‘Battery’ gegen den Kater
Trotz seines angeschlagenen Zustands verlief das Vorspielen überraschend erfolgreich. „Wir spielten ‘Battery’, und ich glaube, das hat mir dabei geholfen, meine Nervosität abzulegen“, erinnerte sich Trujillo. Dieser besondere Moment ist auch in dem 2004 veröffentlichten Kultdokumentarfilm ‘Some Kind Of Monster’ festgehalten, der unter anderem die Suche von Metallica nach einem neuen Bassisten dokumentiert.
Doch hinter den Kulissen war bei Trujillo eine andere Stimmung: „Wenn ich spielen konnte, war alles in Ordnung. Aber in den Gesprächen mit Hetfield – er kam immer wieder zu mir und stellte mir Fragen –, gab ich wirklich dumme Antworten, weil ich nicht wirklich anwesend war.“
23 Jahre Metallica: Trujillo blickt mit Stolz zurück
Selbst nach über zwanzig Jahren bei Metallica gibt es für Robert Trujillo noch immer besondere Momente, auf die er mit Stolz zurückblickt: „Was ich sagen kann und worauf ich in all den Jahren, in denen ich bei Metallica bin, ziemlich stolz bin, ist die Tatsache, dass ich zum Beispiel das Black Album in seiner Gesamtheit spielen durfte – inklusive Songs, die zuvor nie live gespielt wurden, wie etwa ‘The Struggle Within’.
Dass wir mit 50 Jahren noch immer auf der Bühne standen und uns Songs widmen, die nie zuvor live gespielt worden waren, … Ich glaube, dass genau das uns auf besondere Weise herausfordert und uns als Band letztlich noch stärker macht.“
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Quelle: METAL HAMMER.de
















