Kritik zu Fen ELEMENTAL PART ONE: MOURNING EARTH

In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben Fen so manches geschafft. Mit ihr größtes Verdienst dürfte aber sein, dass sie eindrücklich gezeigt haben, wie gut naturmystischer Black Metal auch außerhalb Norwegens funktioniert. Zwanzig Jahre nach der Gründung in den nebel­umwallten Marschen Ostenglands, die der Band ihren Namen geben, ist das Trio zu einer der prägendsten Stimmen der UK-Szene geworden – und fordert seine Hörer mit dem neuen, zweigeteilten Epos MOURNING EARTH so gewaltig wie noch nie. Das liegt weniger am schroffen, vielschichtigen Sound, der von unbarmherziger Aggression bis in tiefe Schwermut reicht, von heiserem Geschrei in beinahe sakralen Gesang kippt, sondern am unglaublichen Ideenreichtum der drei. Wie viele Ideen sie allein im Opener ‘Glacier’ verarbeiten, grenzt an Megalomanie oder Überschätzung. Ist es beides nicht, sondern ein beeindruckendes Talent für Stimmungen, Übergänge und ein musikalisches Narrativ, das man ebenso spüren wie hören kann. Die brutale Unbarmherzigkeit der Natur kreuzt sich auf ELEMENTAL PART ONE: MOURNING EARTH mit der desolaten Lage unseres Planeten zu einem Post Black-Lehrstück, das ohne jedwede Spur von Optimismus auskommt und dennoch die verzweifelte Schönheit der Trauer und des Niedergangs einfängt. Post Black Metal muss ja oft für alles Mögliche herhalten; selten war das Label so zutreffend wie hier.

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Quelle: METAL HAMMER.de