Kritik zu Star Fox

Als die namengebende Figur Fox McCloud unverhofft in ‘Der Super Mario Galaxy Film’ auftauchte, witterten viele darin einen müden Versuch des Fanservice. Andere sahen den kurzen Auftritt als Vorboten einer Wiederbelebung der ‘Star Fox’-Reihe. Letztere sollten Recht behalten: Unter dem schlichten Titel ‘Star Fox’ legt Nintendo seinen N64-Klassiker ‘Lylat Wars’ (1997) neu auf – und beweist dabei, dass selbst ein fast drei Jahrzehnte altes Spiel noch erstaunlich frisch wirken kann. Große inhaltliche Überraschungen bleiben erwartungsgemäß aus. Dafür führen ansprechende Cutscenes geschmeidiger durch die Geschichte von Fox McCloud und seiner Crew, während die überarbeitete Steuerung deutlich intuitiver von der Hand geht. Das eigentliche Kunststück liegt jedoch darin, dass Nintendo die ursprüngliche Formel nicht verwässert.

Die Levels bleiben kompakt, die Action unmittelbar, und die vorgegebene Flugbahn macht aus jedem Abschnitt einen präzise choreografierten Rausch aus Laserfeuer, Loopings und Explosionen. Gerade darin liegt die eigentliche Stärke von ‘Star Fox’: Wo moderne Titel ihre Spielzeit mit gigantischen Open Worlds und Bergen belangloser Sammelgegenstände strecken, erinnert dieser Klassiker an eine beinahe vergessene Tugend: Verdichtung. Jede Minute hat einen Zweck, jeder Gegner sitzt an seinem Platz, und kaum hat man sich eingespielt, ist das Abenteuer auch schon wieder vorbei. ‘Star Fox’ ist deshalb weit mehr als nur ein lieblos aufpolierter Nostalgie-Trip. Nintendo zeigt, wie man einen Klassiker behutsam modernisiert, ohne ihm seine Identität zu rauben. Fox McCloud ist damit wieder dort, wo er hingehört: an der Spitze des wohl besten Rail Shooters der Videospielgeschichte.



Quelle: METAL HAMMER.de