Kritik zu Grimner STORMVINGAR

Der Beschäftigung mit Wikingerthematiken im Metal haftet oft etwas Albernes an, wenn die entsprechende Liturgie mit einiger Regelmäßigkeit zum tanzbaren Kirmesklamauk verkommt, der bestenfalls am Rande mit dem eigentlichen kulturel­len Gegenstand zu tun hat. Auch Grimner tappen seit rund zehn Jahren in diese Falle und beackern – so auch auf STORM­VINGAR – lieber übersteigerte Männlich­keitsideale und metdurchtränkte Feierwut, als sich ernsthaft mit dem kulturellen Erbe auseinanderzusetzen. Lieblos Amon Amarth kopiert und mit reichlich stump­fen Folk-Blödeleien angereichert, die in ihren besten Momenten entfernt an Korpiklaani erinnern, zeichnen die Schweden ein von der Realität weit entferntes Bild der Wikinger­zeit. Songs wie ‘Träldomens Far’, ‘Irrbloss’ oder ‘Völvans Spådom’ leben von einer derart überbordenden Klischeehaftigkeit, dass es schmerzt. Wer sich nach der Ernsthaftig­keit von ­Enslaved und Bathory oder der musikalischen Finesse von Amon Amarth sehnt, ist hier gänzlich fehl am Platz. Grimner beherrschen von der Wikinger­thematik letztlich nur eine Facette: plumpe Romantisierung. Der Witz ist schneller auserzählt, als ein Album Spielzeit hat. Und STORMVINGAR ist bereits das vierte seiner Art.

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Quelle: METAL HAMMER.de