Kritik zu Audrey Horne ACHILLES
Audrey Horne besitzen die seltene Gabe, die Melodieverliebtheit von Thin Lizzy und die epische Wucht von Iron Maiden scheinbar mühelos auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Daran ändert sich auch 2026 nichts. Der Opener und Titel-Track demonstriert genau diese Stärke – und gehört bemerkenswerterweise noch zu den schwächeren Songs des Albums. Das sagt bereits einiges über den Qualitätsstandard aus, den die Norweger auch auf ihrem mittlerweile achten Studioalbum präsentieren. Während andere Bands nostalgische Versatzstücke sammeln, gelingt Audrey Horne regelmäßig der Spagat zwischen klassischem Songwriting und zeitloser Frische. ‘In The Eye Of The Hurricane’ hätte problemlos von den Scorpions in den großen Arenen der Achtziger Jahre stammen können, während ‘Vampires’ mit derart herrlichen Twin-Gitarren ausgestattet ist, dass einem förmlich die Spandexhose platzt. ‘God Damn Beautiful’ klingt wiederum, als hätte Russ Ballard höchstpersönlich am Songwriting mitgewirkt, und ‘Pretty Little Lies’ setzt ganz auf die Magie der großen Rock-Ballade. Das gesamte Material ist wohltemperiert, durchdacht und stilvoll arrangiert. Die Melodien sitzen, die Gitarrenarbeit bewegt sich auf konstant hohem Niveau, und die Produktion verleiht den Songs genau die Größe, die sie benötigen. Audrey Horne schaffen es erneut, dass man sich aufs Neue in seine Lieblingsmusik verliebt. Auffällig ist allerdings, dass der Kompass diesmal etwas stärker in Richtung Rock ausschlägt. Mir persönlich hätten ein paar metallische Spitzen der Marke Gary Moore, wie sie auf den vergangenen Veröffentlichungen immer wieder auftauchten, sehr gut gefallen. Das schmälert die Qualität des Materials jedoch nur geringfügig. Bisher waren Audrey Horne für mich regelmäßig ein Kandidat für die Jahres-Top Ten. Ob ACHILLES dieses Kunststück erneut schafft, wird sich zeigen. Ausgeschlossen ist das mit diesem starken Album und seiner absehbaren Langzeitwirkung allerdings keineswegs.
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Quelle: METAL HAMMER.de

















