Kritik zu Bobbie Dazzle STAR POWER

Als Dazzle vor zwei Jahren mit FANDABIDOZI debütierte, war schnell klar, dass man in der gebürtigen Britin mehr sehen konnte und sollte als die Siebziger-Glam-Ausgabe von Pursons Rosalie Cunningham. Etliche Support-Tourneen (unter anderem vor Alice Cooper und Sweet) sowie in diesem Zusammenhang auch neu gesammelte Begleit-Band-Erfahrungen später präsentiert sich Dazzle auf dem Nachfolger STAR POWER als gereifte Gruppenvorstandsfrontfrau, die ihre eigentliche Solokünstlerinnenkarriere somit hinter sich gelassen hat. Zusammen mit Keyboarder und neuem Co-Komponist Chris Dando geschrieben, bewegen sich die Songs von Siân Greenaway – so der bürgerliche Name der Dame – lässig zwischen einem Proto-Glam Rock-Fixstern wie Norman Greenbaum sowie (natürlich) T. Rex, Queen, Sweet und Slade. Dabei lässt man aber noch genügend Platz für einen AOR-Exkurs wie ‘Wonder’. Oder eben ebenjene Prog-Bezüge, die aufgrund von Dazzles nie überstrapaziertem Einsatz der Jethro Tull-geschulten Querflöte die andere Hälfte der Miete ausmachen – schließlich steht es sich auf einem Bein bekanntlich schlechter. Bezüglich der Ehrengäste einen ähnlichen Spagat vollziehend, macht STAR POWER seinem Titel in Sachen Promibonus auch alle Ehre: Während ‘Snakes & Ladders’ eine Kollaboration mit Gareth McGrillen, dem Bassisten der Aussie-Drum’n’Bass-Band Pendulum ist, glänzt das Schlusslicht ‘Feel It Too’ mit einem Gitarrensoloritterschlag von The Runaways-Legende Lita Ford.

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Quelle: METAL HAMMER.de