Warum sie panische Angst vor dem Tod hat

In einer neuen Ausgabe des „The Downbeat Podcast“ gewährte Alissa White-Gluz private und nachdenkliche Einblicke in ihre Gefühlswelt. Die Sängerin sprach dabei offen über ihre ausgeprägte Thanatophobie – die Angst vor dem Sterben und der Ungewissheit, die darauf folgt.

„Ich habe schreckliche Angst vor dem Tod“, gesteht Alissa ehrlich. Die ehemalige Arch Enemy– und aktuelle Dragonforce- sowie Blue Medusa-Sängerin hat große Panik vor der Unsicherheit, die auf den Tod folgt. „Ich lerne gerne Neues, treffe liebend gerne neue Leute und erlebe Dinge. Ich möchte nicht, dass dies vorbeigeht. Und deshalb macht es mich traurig, dass ich irgendwann damit aufhören muss.“

Alissas Wunsch nach einem sanften Abschied

Wenn es um den Moment des Sterbens geht, wünscht sich Alissa vor allem eines: Schmerzfreiheit und Frieden. „Ich wünsche mir, dass unser Gehirn kurz vor dem Sterben Endorphine freisetzt, die eine tiefe Euphorie erzeugen und das Loslassen leichtmachen“, erklärt sie. Sie vergleicht diesen Augenblick mit dem Moment des Einnickens: „So wie dieses wohlig-müde Gefühl beim Einschlafen, wenn man erleichtert denkt: ‚Endlich schlafe ich ein, wie wunderbar.‘“

An ein Jenseits glaubt die Sängerin jedoch nicht. „Nein, leider nicht. So gerne ich daran glauben würde – für mich ergibt es keinen Sinn“, stellt sie klar. Es wäre zwar viel tröstlicher zu denken, „gut, dann beginnt eben das nächste Kapitel“, doch für sie ist das menschliche Sein an die Biologie gebunden. „Wir sind ein wunderbares Zusammenspiel aus Fleisch, Blut, Nerven und Energie“, philosophiert Alissa.

Die Kanadierin empfindet tiefen Respekt vor Menschen und Tieren gleichermaßen. Doch ihre Überzeugung bleibt pragmatisch: „Unsere Persönlichkeit, unser Geist und all unsere Erfahrungen existieren nur, solange dieses physische Gehirn aktiv ist. Und wenn dieser Funke erlischt, verschwindet mit ihm leider auch alles, was wir waren.“

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Warum Alissa keine Horrorfilme sehen kann

Ihre tief sitzende Sensibilität zeigt sich jedoch nicht nur in philosophischen Überlegungen. Alissa fällt es schwer, das Schicksal anderer auszublenden – selbst wenn es sich nur um Fiktives handelt.

„Ich habe große Angst davor, und ich werde auch sehr traurig, wenn andere Menschen sterben“, gibt sie zu. Sogar bei Fremden frage sie sich sofort: „Oh nein, ihre Familie muss ja total am Boden zerstört sein.“ Genau aus diesem Grund meidet sie auch ein bestimmtes Film-Genre: „Deshalb tue ich mich schwer mit Horrorfilmen, denn selbst wenn nur der Taxifahrer oder irgendeine Nebenfigur umgebracht wird, denke ich mir: ‚Oh, aber die hatten bestimmt eine Familie.‘“

Auch beim Thema Übernatürliches bleibt sie bodenständig, obwohl sie für Überraschungen offen ist. „Ich liebe solche gruseligen Sachen und möchte gerne daran glauben, aber tue es einfach nicht“, gesteht sie. Sie hofft zwar, sich zu irren, doch letztlich zählt für sie die Realität: „Es ist nur so, dass wir es nicht wissen. Wir wissen es nicht mit Sicherheit.“

Neue musikalische Wege mit Dragonforce und Blue Medusa

Abseits der ernsten Themen blickt die Frontfrau auf spannende musikalische Projekte. Vergangenen Monat kündigten Dragonforce ihr zehntes, Band-betiteltes Album an. Es ist das erste Werk mit White-Gluz und Alessio Garavello am Gesang. Die Single ‘Hunger Of The Beast’ ist mitsamt Musikvideo bereits erschienen; das Album folgt am 19. März über Napalm Records.

Darüber hinaus feierten Blue Medusa am 4. September ihr Live-Debüt als einer der Headliner der „Corrupted Blood Club Show“ im Berliner Huxleys Neue Welt. Mit METAL HAMMER gaben sie das erste exklusive Interview als Band.

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Quelle: METAL HAMMER.de