Judas Priest & Iron Maiden: beinahe gemeinsame Tournee

Judas Priest-Fans auf der ganzen Welt mussten sich jüngst mindestens eine Träne verdrücken. Denn Ian Hill hat kürzlich seinen Rückzug von den Metal-Göttern bekannt gegeben, weil sein Körper die Konzerte nicht mehr packt. In einem aktuellen Interview mit Metal Pilgrim geht der 74-Jährige zum einen auf die konkreten Hintergründe seiner Entscheidung ein. Zum anderen lässt er fast beiläufig fallen, dass es dieses Jahr beinahe zu einer gemeinsamen Tournee mit Iron Maiden gekommen wäre.
Kurz angetäuscht
„Die letzten paar Tourneen waren ein bisschen ein Kampf“, beginnt die Judas Priest-Legende ihre Ausführungen. „Die Probleme betreffen im Grunde meine Schulter und meinen Daumen. Ich habe einen riesigen Knoten am Daumen, der komplett von der Arthrose kommt. Damit habe ich mich schon auf den letzten paar Tourneen herumgeschlagen. Leider verschwindet das nicht wieder. Es ist eines dieser Dinge, die mit der Zeit einfach schlimmer werden. Schon nach der letzten Tour wäre ich beinahe in Rente gegangen.“
Des Weiteren erläutert Ian Hill, wie sich sein Zustand zugespitzt hat — und lässt mehr oder weniger nebenbei fallen, dass eine gemeinsame Tournee mit Iron Maiden im Gespräch war. „Es ist schon lustig, wie es dazu kam. Iron Maiden fragten: ‚Habt ihr Lust, dieses Jahr eine vierwöchige Tour durch Amerika zu machen?‘ Und ich sagte: ‚Klar, das klingt gut — eine vierwöchige Amerika-Tour, vier schnelle Wochen.‘ Doch dann machten sie einen Rückzieher. In der Zwischenzeit hatten wir zudem für das Bloodstock Festival in Großbritannien zugesagt.“
Geballte Belastung
Daran anknüpfend erklärt der Musiker, dass es für Judas Priest keinen Sinn ergeben hätte, diesem Sommer lediglich eine Show zu spielen. Deshalb wurden zusätzliche Termine eingetütet — für Ian Hill allerdings zu viele in zu kurzer Zeit. „Sechs Shows in acht Tagen – ich hatte einfach nie Zeit zur Erholung. Kurz vor den Zugaben in Brüssel spürte ich plötzlich ein Knacken und einen echt scharfen, glühenden Schmerz. Ich dachte mir nur: ‚Das war’s. Das ist das Ende.‘ Für die Zugaben musste ich meinen Ellbogen auf meinen Bauch stützen und den Bass hochziehen, um bis ans untere Ende des Griffbretts zu gelangen.
Inzwischen lässt der Schmerz deutlich nach. Ich kann den Arm wieder einigermaßen heben und Dinge tun, die ich unmittelbar nach dem Vorfall nicht vermochte. Anfangs konnte ich den Arm gar nicht bewegen. Vom Ellbogen abwärts war alles in Ordnung — der Arm funktionierte einwandfrei. Aber ich konnte einfach nicht meine Schulter bewegen. Deshalb musste ich die Show in London aussitzen. Von körperlicher Seite her konnte ich schlicht nicht mehr Bass spielen.“
Vor Urzeiten begab es sich auf jeden Fall schon einmal, dass die beiden britischen Heavy Metal-Größen zusammen unterwegs waren. So gaben Iron Maiden bei einem Teil der „World Vengeance Tour“ im Jahr 1982 durch Nordamerika den Support für Judas Priest, die gerade SCREAMING FOR VENGEANCE veröffentlicht hatten. Damals frisch am Mikro: Bruce Dickinson. Damaliges Album im Gepäck: THE NUMBER OF THE BEAST.
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Quelle: METAL HAMMER.de















