Ein Nachruf zu seinem ersten Todestag

Vor einem Jahr verlor die Musikwelt einen Musiker, dessen Ton nicht einfach nur den Rhythmus vorgab, sondern Atmosphäre schuf. Sam Rivers, Bassist und Gründungsmitglied von Limp Bizkit, starb am 18. Oktober 2025 in seinem Zuhause in Florida. Ein Verlust, der die Band und ihre Fans bis heute beschäftigt. Die damaligen Berichte aus St. Johns County zeichneten ein Bild, das Fragen offenließ: Feuerwehr und Sheriff reagierten auf einen „unbeaufsichtigten Tod“. Bis heute ist die offizielle Todesursache des Bassisten privat gehalten. Bekannt ist jedoch seine Lebererkrankung, über die er offen sprach. Diese riss ihn bereits 2015 aus der Band, und erst eine Transplantation brachte ihn wieder auf die Bühne zurück.

Die Krankheit

In Jon Wiederhorns Buch ‘Raising Hell (Backstage Tales From The Lives Of Metal Legends)’ beschrieb Sam Rivers die Phase, die ihn an den Rand brachte: exzessives Trinken, ein „wirklich schlimmes Leberleiden“, der Ausstieg aus Limp Bizkit, die Therapie, die Transplantation. Dass er beim Estéreo Picnic Festival im März 2024 ein Shirt mit der Aufschrift „Fuck Cancer“ trug, bleibt ein Detail, das sich nicht eindeutig einordnen lässt – es ist unbekannt, ob sich die Aufschrift auf seine eigene Gesundheit bezog.

Liebe auf den ersten Blick

Fred Durst erinnerte sich in einem langen Video an das erste Mal, als er Sam Rivers auf der Bühne sah: ein junger Musiker in einer Bar, ein Fünfsaiter-Bass, ein Spiel, das alles andere überstrahlte. Durst beschreibt, wie er nur noch Sam hörte, wie dessen Talent den Raum veränderte, wie die Mischung aus Grunge‑Melancholie und technischer Finesse den Grundstein für Limp Bizkits Sound legte. Rivers spielte Akkorde, gab dem Bass eine emotionale Tiefe, die Durst „wunderschöne Traurigkeit“ nannte. Diese Fähigkeit machte ihn zu einem Musiker, der nicht einfach musikalisch begleitete, sondern Geschichten erzählte.

Ein Band-Kollege, der mehr war als ein Bassist

Limp Bizkit verabschiedeten sich vor einem Jahr mit Worten, die bis heute nachhallen: „Sam Rivers war nicht nur unser Bassist – Er war pure Magie. Der Puls unter jedem Song, die Ruhe im Chaos, die Seele im Sound.“ Sie sprachen von einem Bruder, einem Herzschlag, einem Menschen, den man nur einmal im Leben trifft. Diese Formulierungen tragen Gewicht, weil sie nicht aus Routine stammen, sondern aus echter Nähe. Rivers war für die Band ein Fixpunkt, selbst in den Jahren, in denen er wegen seiner Erkrankung fehlte.

Ein Leben zwischen Bühne und Studio

Sam Rivers’ musikalischer Weg begann früh: Tuba in der Schul-Band, später Gitarre, dann Bass auf Empfehlung seines Musiklehrers. Er traf Fred Durst in einem Fastfood-Restaurant in dem er arbeitete, gründete Malachi Sage, und als das scheiterte, entstanden Limp Bizkit. Mit 19 spielte er auf dem Debütalbum THREE DOLLAR BILL, YALL (1997), später übernahm er Gitarren-Parts auf RESULTS MAY VARY (2003), wurde 2000 bei den Gibson Awards zum „Best Bass Player“ gewählt, produzierte Bands in Jacksonville, arbeitete mit Burn Season, Indorphine und Sleepkillers, und kehrte 2009 zurück, um GOLD COBRA (2011) und STILL SUCKS (2021) einzuspielen. Sein letztes Konzert spielte er am 24. August 2025 in Leeds.

Ein tragischer Tod, der offen bleibt

Am 18. Oktober 2025 starb Sam Rivers mit nur 48 Jahren. Limp Bizkit bestätigten den Verlust, schwiegen aber zur Ursache und wandten sich an Richie „Kid Not“ Buxton, der die Live-Pflichten übernahm. Die Vermutung, dass seine frühere Lebererkrankung eine Rolle gespielt haben könnte, liegt nahe – bestätigt ist sie aber nicht. Was bleibt, ist ein Musiker, der dem Bass eine Stimme gab, die zwischen Kraft und Melancholie schwebte, und ein Mensch, dessen Präsenz seine Band prägte. Zum ersten Todestag bleibt Fred Dursts Satz der vielleicht treffendste: „Sam Rivers, die Legende. Wirklich.“ 

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Quelle: METAL HAMMER.de