Tony Iommis Alleingänge und Kollaborationen
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IOMMI (2000)
Iommis Idee, seinen Soloalbum-einstand gleich mit einer Reihe von Gastsängern zu vollziehen, geht bis in die Achtziger zurück. Damals scheiterte das Vorhaben, viele Sänger auf einem Album zu vereinen, vor allem am Vertraglichen. Und so wurde aus dem geplanten Soloalbum das halbherzige, unter dem Banner „Black Sabbath Featuring Tony Iommi“ geführte SEVENTH STAR (1986) mit Glenn Hughes am Mikro. 14 Jahre später konnte der Gitarrist seine ursprüngliche Soloalbumvision verwirklichen – und der Rock- und Metal-Sänger-Adel folgte willig seinem Ruf.
Von Henry Rollins über Billy Corgan und Serj Tankian bis hin zu Billy Idol reicht die Liste der Gastsänger auf IOMMI. Und als Mitmusiker konnten unter anderem Brian May, Matt Cameron und Dave Grohl verpflichtet werden. Produzent Bob Marlette (Alice Cooper, Rob Zombie) inszenierte den bunten Reigen mit modernem Anstrich und ließ dabei Industrial-, Alternative Rock- und Grunge-Zwischentöne zu. Das von Fans und Kritik zu Erscheinen gefeierte Ergebnis kann sich als spannende wie abwechslungsreiche Song-Sammlung heute noch hören lassen. Darüber hinaus diente die Multisängermethode für Slash und dessen 2010 erschienenes gleichnamiges erstes Solowerk als Inspiration.

THE 1996 DEP SESSIONS (2004)
Das Material dieser, wie der Titel bereits verrät, ursprünglich in den Mittneunzigern gemachten Aufnahmen von Iommi und Sänger Glenn Hughes kursierte in Bootlegger-Kreisen schon länger als EIGHTH STAR, bevor es 2004 offiziell veröffentlicht wurde. Nachdem (Judas Priest-)Drummer Dave Holland 2003 auf Grundlage von sexuellen Missbrauchsvorwürfen verurteilt wurde, ließ Iommi, der hier auch als Produzent fungierte, die auf diesem Album zu hörenden Schlagzeugspuren kurzerhand von Jimmy Copley neu eintrommeln. Don Airey (heute Deep Purple) am Keyboard und Neil Murray am Bonusbass (Whitesnake, Garry Moore) vervollständigen das Ensemble. Musikalisch bestimmt Hughes mit seinem zuweilen Soul-vollen Classic Rock-Gesang das hörenswerte Geschehen.

FUSED (2005)
Nur ein Jahr später greift das Duo Iommi/Hughes den mit THE 1996 DEP SESSIONS zurück ins öffentliche Gedächtnis katapultierten Faden mit einem Folgealbum wieder auf. Mit Kenny Aronoff auf dem Schlagzeugschemel und unter Produktionsägide von Bob Marlette, der hier das Keyboard und den zweiten Bass bedient, präsentiert sich das erprobte Gitarristen-Sänger/Bassisten-Gespann recht Post-Grunge beeinflusst. Vor allem in Kombination mit Hughes’ Gesang offenbaren sich durchaus klangliche Parallelen zu Soundgarden.

IAN GILLAN & TONY IOMMI: WHOCARES (2012)
Als Wiederaufbauarbeits- und Wohltätigkeitsprojekt für eine armenische Musikschule, die einem Erdbeben zum Opfer gefallen war, ins Leben gerufen, vereint WHOCARES Iommi und den Deep Purple-Sänger nach dem Black Sabbath-Album BORN AGAIN (1983) zum zweiten Mal. Zu den weiteren illustren wie prominenten Unterstützern und Mitmusikern des Projekts zählen Jon Lord (der damit sein letztes Aufnahmezeugnis vor seinem Tod abliefert), Jason Newsted, Nicko McBrain sowie HIM-Gitarrist Mikko „Linde“ Lindström. Musikalisch ebenfalls ein Gemischtwarenladen (Neuaufnahmen von Black Sabbath-, Gillan-Solo-Songs sowie das Deep Purple-Cover ‘Smoke On The Water’ in einer Live-Fassung mit Ronnie James Dio stellen das Material), weiß das ungewöhnliche wie einmalige Projekt mehr als nur als Summe seiner Teile zu überzeugen.
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Quelle: METAL HAMMER.de
















