Ace Frehley wäre nicht fast ertrunken
Als Rock-Stars der Siebziger-, Achtziger- und Neunziger Jahre war „Sex, Drugs and Rock’n’Roll“ auch für Kiss das Motto. Bei solch einem Lebensstil kommt einiges an erzählenswerten Geschichten zusammen. Einige davon könnten Kiss-Fans vielleicht kennen. Doch nun stellt Bassist Gene Simmons klar: Nicht alles war so, wie zuvor berichtet.
15 Jahre lang kannten Kiss-Fans Ace Frehleys Version: In seinen 2011 veröffentlichten Memoiren ‘No Regrets’ berichtete der Gitarrist, Simmons habe ihn gleich zweimal vor dem Ertrinken bewahrt – in einem Hotel-Pool und in einer übergelaufenen Badewanne. In einem aktuellen Interview hat Simmons nun einiges richtiggestellt.
Verwechselung
Simmons, der bei einer Folge des ‘Behind The Curtain’-Podcast zu Gast war um über Ace Frehley, geteilte Kiss-Erinnerungen und Tournee-Momente zu sprechen, sprach dabei zum wahrscheinlich ersten Mal öffentlich über seine Seite der Dinge. Dabei erinnerte er sich daran, wie er sich mit Frehley traf, um dessen Memoiren, insbesondere die Pool-Geschichte, zu besprechen, in welcher Ex-Rettungsschwimmer Simmons einen betrunkenen Frehley aus dem Hotel-Pool zieht und ihm das Wasser aus den Lungen pumpt.
„Ich habe zu ihm gesagt: ‚Also, 99 Prozent dieser Geschichte sind wahr’“, erinnert sich Simmons. „Und Ace hat gefragt: ‚Was sind die 1 Prozent, die nicht wahr sind?‘, und ich habe gesagt: ‚Es warst nicht du. Es war Peter Criss. Du warst ohnmächtig neben dem Pool. Du hast es nicht einmal mitbekommen.’“ Frehley hatte sich in seinen Memoiren also an die Stelle von Criss geschrieben.
Die zweite Geschichte, in der Simmons Frehley vor dem Ertrinken rettete, trug sich zu, als Kiss als Vorband für größere Bands spielte. Zu dieser Zeit teilten sich Simmons und Frehley ein Hotelzimmer. „Wir konnten uns Einzelzimmer nicht leisten“, erkläre Simmons. „Und Paul wollte nicht mit Ace auf ein Zimmer, weil er immerzu betrunken war und dann verrückte Dinge tat.“
Neue Details
Simmons, der kurz vor dem Badewannenunfall an die Hotel-Bar gegangen war, versuchte Frehley auf seinem Zimmer zu erreichen. „Ich habe einen unserer Roadies nach oben geschickt und er kam kurz darauf zurück.“, erzählte er. „Er war sehr besorgt und sagte: ‚Ich habe an die Türe geklopft und niemand hat aufgemacht, aber es kam Dampf unter der Türe hervor.‘ Damals hatten die Hotelzimmer in der Regel zwei Einzelbetten und das Badezimmer war immer direkt im Eingangsbereich. Der Roadie erzählte, dass die Türe heiß war und von drinnen laute Musik zu vernehmen war und er sagte: ‚Ich hoffe er ist nicht ohnmächtig oder tot.‘ Wir sind dann hochgelaufen und haben die Türe eingetreten.“
„Als wir eintraten kam uns heißer Wasserdampf entgegen“, fuhr er fort. „Die Badezimmertür war offen, und Ace saß in der Badewanne mit einem Handtuch um den Kopf und zurückgerollten Augen. Das Wasser lief, und es stand ihm zu diesem Zeitpunkt bis unter die Nase. Und da war eine riesige Boom-Box – Kinder heutzutage haben keine Ahnung, was das ist, aber es ist ein hochelektrischer Kassettenrekorder, und wenn der umgefallen wäre, hätte Ace einen tödlichen Stromschlag bekommen.“
Mithilfe der Roadies konnte Simmons Frehley aus der Badewanne und auf das Bett hieven. Laut Simmons trug sich all dies um drei oder vier Uhr morgens zu. Nach dem Aufwachen soll sich Frehley über die kaputte Tür gewundert haben.
Die Badewannengeschichte war von Frehley selbst bereits in mehreren Interviews erzählt worden. Details wie der Kassettenrekorder und der heiße Wasserdampf, der bis zur Decke stieg, sind neu.
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Quelle: METAL HAMMER.de
















