Avenged Sevenfold hauen spontan Überraschungs-EP raus
Ganz still und heimlich, ohne großes Aufsehen, ohne große Werbung oder zugehörige Interviews haben Avenged Sevenfold neue Musik veröffentlicht. So haben die US-Amerikaner am Freitag, den 24. Juli 2026 eine EP mit dem Titel STATICA auf die Märkte dieser Welt gebracht. Oder, besser ausgedrückt: Das Quintett hat die vier Songs — passend zum Start ihrer gemeinsamen Tournee mit Good Charlotte durch Nordamerika — bei den Musik-Streaming-Anbietern diese Welt hochgeladen. Als physisches Produkt ist das Teil aktuell (noch) nicht zu haben.
Zu weit draußen?
Ob langjährige Fans bei dieser Neuigkeit komplett aus dem Häuschen sind, kommt auf den jeweiligen Musikgeschmack an. Denn die einstigen Heavy-Metaller um Frontmann M. Shadows und Gitarrist Synyster Gates haben sich spätestens mit ihrem 2023er-Longplayer LIFE IS BUT A DREAM… von ihren musikalischen Wurzeln verabschiedet. Statt zupackende, direkte und klare Riffs und Lieder versuchte sich die Gruppe an einer Art Progressive Rock mit reichlich Anklängen aus Indie, Art Rock und Avantgarde.
War dieses Album schon ein mehr als gewagter Move, gehen Avenged Sevenfold auf STATICA nun noch zwei Schritte weiter. ‘Lights’ kommt am ehesten noch als moderne Prog Rock-Nummer daher, in der harte Gitarren keine Rolle spielen — dafür jedoch elektronische Sounds und Beats, Keyboard-Klänge und den krassen Gesangseffekt (Vocoder?, Autotune?), den Shadows über seine Stimme gelegt hat. In diesem psychedelisch-tanzbaren Stil geht es beim nachfolgenden Titel-Track weiter.
Hierzu drängt sich die Erwähnung auf, dass sich M. Shadows und Avenged Sevenfold bereits bei LIFE IS BUT A DREAM… von Hip-Hopper Kanye West inspirieren ließen. Im Interview mit dem britischen Metal Hammer hab der Sänger zu Protokoll: „Wir sind stark von Kanye West beeinflusst. Das Besondere an Kanye ist, dass er sich bei großartiger Soul-Musik bedient. Ich bin nicht mit dieser Musik aufgewachsen — mein Vater hörte Boston und Alice Cooper. Ich kam also nicht mit schwarzer Musik und altem Soul in Berührung. Jetzt beschäftigen wir uns intensiv mit Jazz-Musikern… Wir wollen zwar kein Jazz-Album machen, aber die Akkordwechsel und -folgen sind für uns echte Aha-Erlebnisse.“
Das rockigste Stück auf STATICA ist fraglos ‘Rejoice’, bei dem die Gitarre immerhin treibend von unten schiebt. Dem Track kann man daher durchaus in die Schublade Alternative (Rock) packen, wobei hintenraus erneut verspulte Synthies das Zepter übernehmen. Der letzte Song ‘Ashes’ ruft neben Kanye West-Assoziationen auch Erinnerungen an die Radiohead-Platten KID A (2000) und AMNESIAC (2001) wach, auf denen die britischen Indie-Rocker ihrer Vorliebe für Electro-Sounds und -Instrumente nachgingen. Fazit: Lediglich Hörer mit sehr weitem musikalischen Horizont dürften STATICA etwas abgewinnen können. Liebhaber von Avenged Sevenfold-Werken wie CITY OF EVIL (2005), NIGHTMARE (2010) oder HAIL TO THE KING (2013) werden wohl irritiert abwinken.
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Quelle: METAL HAMMER.de
















