Darum ist Bon Scott-Ära AC/DC Scott Ians Lieblings-Band

Für Anthrax-Gitarrist Scott Ian steht die Sache fest: AC/DC mit Bon Scott ist seine Lieblings-Band aller Zeiten. In einem Interview für das „Bon Scott Estate Interview Project“ erzählt der Musiker, wie er als Teenager zum Fan der australischen Hard Rock-Legenden wurde. Besonders die Stimme und das erzählerische Talent des verstorbenen Sängers haben ihn tief geprägt.
Scott Ians erste Begegnung mit AC/DC
Seine erste Begegnung mit Bon Scotts Gesang hatte Ian in der Schulkantine in Queens, New York. Ein Mitschüler legte dort das AC/DC-Album POWERAGE auf. Als ‘Rock ’N’ Roll Damnation’ erklang, war Ian sofort begeistert. „Ich hatte noch nie etwas Vergleichbares gehört. Sie waren meine Led Zeppelin, sie waren meine Beatles“, erinnert er sich. Für seine Generation sei AC/DC mit Bon Scott das Maß aller Dinge gewesen.
„Wenn mich jemand fragt, was meine Lieblings-Band ist, muss ich immer dazusagen: AC/DC mit Bon“, erklärt Ian. „Dieser Abschnitt ihrer Geschichte ist für mich die beste Musik, die ich jemals gehört habe.“ Was die Band für ihn so besonders machte, sei vor allem Bon Scott gewesen. „Bon war anders als alles, was im Rock ’n‘ Roll vor ihm gekommen war.“
Bon Scotts Texte waren für Ian einzigartig
Besonders die Texte des Sängers haben es dem Anthrax-Musiker angetan. „Ich finde, Bons Texte waren viel mehr Punk, weil sie einfach realistischer waren“, erklärt Ian. Als Beispiele nennt er ‘It’s A Long Way To The Top’ und ‘Rock ’N’ Roll Singer’. „Es gibt darin keine Spur von Kitsch. In den Händen anderer Sänger wären solche Texte wahrscheinlich schrecklich gewesen. Aber er erzählt eine Geschichte, die so nahbar, lebensnah und einfach echt ist. Da gibt es keinen überflüssigen Schnickschnack und keinen Bullshit.“
Auch Scotts Art, alltägliche Situationen in fesselnde Geschichten zu verwandeln, beeindruckt Ian bis heute. „Er konnte etwas völlig Gewöhnliches nehmen und es interessant machen. Das ist ein Teil seines Genies.“ Besonders faszinierend sei für ihn gewesen, wie ernst Bon seine eigenen Geschichten nahm: „Bon zwinkert dem Publikum nicht zu. Man könnte meinen, er würde uns mit manchen Textzeilen einen Augenzwinkern zuwerfen. Aber das tut er nicht. Er ist vollkommen in seinen Geschichten. Als Teenager hatte ich dadurch einen Einblick in das Leben eines Piraten“, lacht der Gitarrist.
Malcolm Young als persönlicher Gitarrenlehrer
Neben Bon Scott war vor allem Malcolm Young eine prägende Figur für Ians musikalische Entwicklung. „Malcolm war von Anfang an mein Held, weil er mir im Grunde beigebracht hat, Gitarre zu spielen“, erzählt er. Als Jugendlicher habe er AC/DC-Platten aufgelegt und versucht, die Songs nachzuspielen. „Ich habe gelernt, indem ich genau zugehört habe, was er spielte. Er war quasi mein Gitarrenlehrer. Er war der Grund, warum ich Rhythmusgitarre so spiele, wie ich es heute tue.“
Seine Bewunderung für die Young-Brüder trägt Ian inzwischen sogar auf der Haut: Malcolm ist auf seinem linken, Angus auf seinem rechten Oberarm tätowiert. „Diese beiden bedeuten mir als Gitarrist einfach alles. Deshalb wollte ich sie auf mir verewigen. Es macht mich glücklich, sie jeden Tag sehen zu können.“
Eine Erfahrung bleibt dem Musiker allerdings verwehrt: Bon Scott jemals live zu erleben. Ian verpasste die Gelegenheit, AC/DC während der „Highway To Hell“-Tour zu sehen. Im Februar 1980 starb der Sänger im Alter von 33 Jahren.
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Quelle: METAL HAMMER.de
















