Dimebag Darrells Tod & der Polizist, der Schlimmeres verhinderte
Am Abend des 8. Dezember 2004 gingen bei der Notrufzentrale in Columbus, Ohio mehrere panische Anrufe aus dem Alrosa Villa-Club ein. Dort war ein Mann auf die Bühne gestürmt und hatte wild um sich geschossen. Innerhalb kürzester Zeit wurden sieben Menschen verletzt, vier davon tödlich. Eines der Todesopfer war Pantera-Mitbegründer Dimebag Darrell.
Sündenbock
Dimebag Darrell und sein Bruder, Schlagzeuger Vinnie Paul, gründeten nach dem Ende von Pantera 2003 die Band Damageplan. An jenem 8. Dezember begannen Damageplan gerade ihren Auftritt in dem Club, als Nathan Gale auf die Bühne stürmte und Dimebag aus nächster Nähe von hinten erschoss. Der Todesschütze gab Darrell die alleinige Schuld an der Auflösung von Pantera im Jahr zuvor. Vinnie Paul musste alles aus direkter Nähe mitansehen.
Erst durch einen tödlichen Schuss aus der Waffe eines Polizisten konnte Gale gestoppt werden. Der Name des Polizisten, der an diesem Abend Schlimmeres verhindern konnte: James Niggemeyer. Dieser war kürzlich zu Gast im Today’s Boondoggle Podcast. Dort sprach er über den Vorfall, der sein Leben für immer verändern und seine Laufbahn als Polizist beenden sollte.
Der Funkspruch zur Schießerei erreichte Niggemeyer kurz nach Dienstantritt. Er war der erste Beamte, der vor Ort eintraf. Als eines von nur zwei Dienstfahrzeugen fand sich in seinem ein Jagdgewehr, da es sich bei dem Einsatzgebiet um eine ländlichere Gegend handelte. Als erfahrener Jäger war Niggemeyer also bestens mit der Waffe vertraut. Nicht nur das – auch fühlte er sich mit dem Gewehr zielsicherer als mit einer Pistole. Daher war dies die Waffe seiner Wahl, als er den Alrosa Villa-Club betrat und Nathan Gale schließlich ausschaltete.
Zeitreise
Nun, fast 22 Jahre später, versetzt sich der inzwischen pensionierte Polizist noch einmal in die gefährliche Situation von damals. „Als ich durch den Hintereingang hineinging – so wie man es mir gesagt hatte –, sah ich dort den Verdächtigen, der eine Geisel festhielt. Wir hatten bis dahin nicht gewusst, dass er eine Geisel in seiner Gewalt hatte; das war über Funk nicht durchgegeben worden. Er hatte die Waffe noch in der Hand, fuchtelte damit herum und dergleichen. Also schlich ich mich in diesem Moment hinein. Doch durch meine lebenslange Erfahrung bei der Jagd sowie meine militärische und polizeiliche Ausbildung lief dort alles zusammen, was ich bis dahin erlebt hatte. Man hört oft den Begriff ‚Tunnelblick‘, aber es stimmte tatsächlich – ich hatte einen echten Tunnelblick.“
Zu diesem Zeitpunkt habe er nicht gewusst, dass Dimebag Darrell unter den Opfern war. Erst eine halbe Stunde später, als die Eilmeldung die Runde machte, erfuhr er vom ganzen Ausmaß des Vorfalls. Wenngleich Niggemeyer in seiner Laufbahn bis dato schon einiges erlebt hatte, so war es dieser Abend, der ihn nachhaltig prägte. Plötzliche Panikattaken und Albträume waren der hohe Preis für sein beherztes Eingreifen.
„Es dauerte wirklich lange, bis mein Gehirn endlich zur Ruhe kam. Ärzte und alle möglichen Leute haben vieles versucht, um das in den Griff zu bekommen“, erklärt er. Irgendwann sei er für dienstuntauglich geklärt und in den Ruhestand versetzt worden. „Aber ich bereue es keine Sekunde. Ich bin froh, dass ich ihn stoppen konnte, bevor noch mehr Menschen zu Schaden kamen.“
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Quelle: METAL HAMMER.de















