The Night Eternal: Revolverduell

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Aus dem Ruhrpott zieht ein Unwetter übers Land. Kein Sturm, doch ein Donnergrollen zu verdunkeltem Himmel – die Art von Umschwung, die allerorts die Köpfe heben lässt, und eine Atmosphäre, zu der in einer Filmszene der grinsende Held aus den Nebelschwaden träte, um siegessicher die Waffe gegen seinen Kontrahenten zu richten. „Die Herangehensweise war für mich, ein Heavy Metal-Hard Rock-Album zu machen, das ein düsteres Westernflair mitbringt“, erklärt Gitarrist Rob Richter das neue Album von The Night ­Eternal. Damit trifft er bei COLD VELVET gleich mehrfach.

Fest im Sattel

Um das dritte Album einer Band rankt sich der Mythos des „make it or break it“ – es muss entweder das Werk sein, das den Sprung zu größerer Bekanntheit ermög­licht, oder es versaut die Karriere. „Ein bisschen was ist an dem Spruch ja schon dran“, gibt Rob zu. Dennoch kann er erklären, wie The Night Eternal den Druck vermieden haben, der unweigerlich aus solch einer Aussage entsteht. „Im Endeffekt sind wir es genauso angegangen wie bei den anderen Alben auch. Es lag nur ein bisschen mehr Fokus darauf, nichts zurückzuhalten, was wir in der Pipeline hatten, und alles rauszufeuern, was wir loswerden wollten.

Wir haben alle Songs behandelt wie potenzielle Singles, sie präzisiert und wirklich alles rausgeholt. Ich habe das Gefühl, dass COLD VELVET unser zweites Debüt ist.“ Frontmann Ricardo Baum scherzt: „Wir haben uns viel Mühe gegeben, deshalb hat es vielleicht auch ein bisschen länger gedauert.“ Seit dem Vorgänger FATALE sind drei Jahre vergangen. In diese fiel für The Night Eternal der Label-Wechsel vom nordrhein-westfälischen Ván Records zur US-Größe Metal Blade. „Wenn man von so einer Firma ein Angebot bekommt, ist es fast schon dumm, wenn man es nicht annimmt“, sagt Rob nüchtern über den Schritt, der die Band stärker in der Szene verankert.

Atmosphärisches Wechselspiel

Zu den Elementen, die The Night Eternal nun mit der neuen Plattform zeigen wollen, gehören Einflüsse aus dem Post Punk, Gothic und Dark Wave. Unterstrichen wird dies durch die Produktion von Michael Zech, Gitarrist der Avantgarde-Black-Metaller Secrets Of The Moon, dessen Erfahrung als Musiker in The Night Eternal ein großes Verständnisgefühl auslöste. „Er war im Aufnahmeprozess fast schon ein weiteres Mitglied der Band. Er hat einen großen Anteil an dem Vibe, den das Album mitbringt“, beschreibt Rob. Eine teure, analoge Konsole sowie verschiedene Amps für Soli- und Lead-Spuren führten zu dem warmen Klang, der COLD VELVET innewohnt.

Die Produktion spielt somit eine direkte Rolle in der Gegenüberstellung dessen, was Ricardo im Songwriting als kalte und warme Elemente beschreibt – ein atmosphärisches Wechselspiel, das auch im Albumtitel aufgegriffen wird. Weicher Samt, in Kälte gehüllt, ebenso wie die vermummte Figur auf dem Artwork dieses Mal in kaltem Blaugrau aus dem Nebel steigt.

Wie Sänger Ricardo Baum bei der Entstehung des Albums mit externen Erwartungen umging, wie er mit seiner Stimme spielte und wie wichtig die Ballade ‘Dance On Crimson Ground’ für die Band ist, lest ihr in der METAL HAMMER-Septemberausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

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Quelle: METAL HAMMER.de