F. Paoli muss sein „neues Ich akzeptieren“

Im August 2021 machte sich Fleshgod Apocalypse-Sänger und Gitarrist Francesco Paoli auf zu einer Kletter-Tour in den italienischen Gran Sasso-Bergen, von der er nicht unversehrt zurückkehren sollte. Bei einem Sturz erlitt der Musiker schwere Verletzungen. Er brach sich mehrere Knochen und erlitt schwere Nervenschäden im linken Arm, sodass dieser kurz vor der Amputation stand. Außerdem verlor Paoli so viel Blut, dass er beinahe gestorben wäre. Die körperlichen Verletzungen waren schwerwiegend, ebenso wie die psychischen Folgen. Doch dank intensiver Rehabilitation erholte sich Paoli.

Nichts ist selbstverständlich

Im Interview mit Blabbermouth sprach der Musiker nun über die prägenden Ereignisse und wie er heute, fast fünf Jahre später, damit umgeht. Er erklärt: „In gewisser Weise schätze ich das Leben im Allgemeinen mehr als zuvor. Wenn man so kurz davor steht, alles zu verlieren – Dinge, die man immer für selbstverständlich gehalten hat – merkt man erst später, wie viel Glück man hat.“

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Insbesondere das Tour-Leben sei ein großes Geschenk, das er mittlerweile mehr zu schätzen wisse. „Die ersten Tourneen nach dem Unfall waren ziemlich hart, weil ich beinahe ständig Schmerzen hatte. Jetzt bin ich fast komplett genesen. Hundertprozentig gesund werde ich nie sein, weil manche Dinge einfach nicht zu beheben sind, aber ich gewöhne mich daran.“ Dazu gehört auch, dass Paoli seine linke Hand nur noch zu Hälfte spürt und generell etwas vorsichtiger sein muss, da sein „ganzer Körper etwas empfindlicher“ ist.

Akzeptanz

Zusätzlich zu den körperlichen Beschwerden sei die psychische Belastung seit dem Unfall enorm gewesen. All das verarbeitet Francesco Paoli auf dem Album OPERA (2024). Anfangs habe er sich damit schwergetan, solch persönliche Dinge nach außen zu tragen, dachte sich jedoch letztlich: „Vielleicht muss ich dieses neue Ich akzeptieren, denn außer zu trainieren und alles zu geben kann ich nichts dagegen tun. Wenn ich am Ende Angst oder Depressionen habe, muss ich damit umgehen und es akzeptieren.“

Darüber zu reden und zu singen habe dem Musiker Erleichterung verschafft, da er sich nicht mehr hinter einer starken Maske verstecken müsse. Das habe auch dazu geführt, dass die Texte von Fleshgod Apocalypse nunmehr direkter sind, als zuvor – quasi ebenfalls unmaskiert. „Es ist der nächste Schritt in unserer Beziehung zu unseren Fans. Die Energie, die wir mit diesem Ansatz erzeugt haben, ist so stark, dass ich nie wieder zu etwas anderem zurückkehren möchte.“


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Quelle: METAL HAMMER.de