Five Finger Death Punch: „Irgendwie haben wir überlebt.“

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METAL HAMMER: Zoltán, viele Bands beschäftigen sich erst gegen Ende ihrer Karriere mit ihrem Vermächtnis. Warum war jetzt der richtige Zeitpunkt für Five Finger Death Punch, ein Album LEGACY zu nennen?
Zoltán Báthory: Es ist ein Meilenstein. Interessanterweise wurde ich schon mehrfach gefragt, ob dieser Titel bedeutet, dass wir aufhören oder in den Ruhestand gehen wollen. Um Himmels willen – überhaupt nicht! (lacht) Jedes Album erfüllt in der Karriere einer Band eine bestimmte Funktion. Das Debüt muss die Tür eintreten. Es entscheidet darüber, ob man überhaupt in den großen Raum kommt. Das zweite Album beantwortet die Frage, ob das erste vielleicht nur ein Zufallstreffer war. Die dritte Scheibe bestätigt, dass man gekommen ist, um zu bleiben. Danach entwickelt sich die Aufgabe jeder Veröffentlichung weiter. Irgendwann geht es darum, relevant zu bleiben, sich weiterzuentwickeln und trotzdem den eigenen Charakter nicht zu verlieren.
Soundtrack des Lebens
Doch wenn man bei Album Nummer zehn angekommen ist und eine Karriere hinter sich hat, die sich über zwanzig Jahre erstreckt, verändert sich die Perspektive. Wir müssen nicht mehr darüber reden, ob Five Finger Death Punch gekommen sind, um zu bleiben. Das haben wir längst bewiesen. Wir haben mittlerweile tatsächlich ein Vermächtnis. Verschiedene Generationen sind mit unserer Musik aufgewachsen. Für viele Menschen war sie der Soundtrack ihres Lebens. Deshalb fühlte sich dieser Titel richtig an.
MH: Hat euch die Arbeit an den Neuaufnahmen eurer Klassiker für die beiden Best of-Veröffentlichungen beeinflusst?
ZB: Nicht im musikalischen Sinne. Die Gründe für diese Neuaufnahmen waren bekanntlich eher geschäftlicher Natur. Aber wenn überhaupt, haben sie vielleicht den Albumtitel beeinflusst. Während wir uns durch all diese Songs gearbeitet haben, wurde uns bewusst, wie groß unser Katalog inzwischen geworden ist. Man sitzt plötzlich da und denkt: „Wow. Das sind unsere Geschichten. Das sind die Kapitel unseres Lebens. Das sind die Songs, die wir geschrieben haben, die Konzerte, die wir gespielt haben, die Erinnerungen, die wir gesammelt haben.“ Vielleicht hat genau dieser Moment dazu geführt, dass wir angefangen haben, über den Begriff LEGACY nachzudenken.
Höhen und Tiefen
MH: Wenn du auf die letzten zwanzig Jahre zurückblickst – was geht dir als Erstes durch den Kopf?
ZB: Ehrlich gesagt: Erstaunen. Wir haben die Hälfte unseres Lebens gemeinsam in Tourbussen verbracht. Die Hälfte unseres Lebens in Flugzeugen, Backstage-Räumen, Hotels und Arenen. Und irgendwie haben wir überlebt. Natürlich sage ich immer scherzhaft, dass man nach fünf Wochen Tour beginnt, seine Band-Kollegen zu hassen. Nach sechs Wochen Tour überlegt man, wen man zuerst umbringt. Und in der siebten Woche fängt man an, nach Schaufeln zu suchen. Das ist natürlich ein Witz. Aber jeder, der lange in einer Band gespielt hat, versteht, was ich meine. Man verbringt unglaublich viel Zeit miteinander. Es gibt Höhen und Tiefen. Es gibt Momente, in denen man sich gegenseitig auf die Nerven geht. Aber am Ende zählt, dass man gemeinsam weitermacht. Und genau das haben wir getan.
Welche Vision Zoltán anfangs für Five Finger Death Punch hatte, wie der Schreibprozess zu LEGACY verlief und welchen Rat er jungen Bands geben würde, lest ihr in der METAL HAMMER-Augustausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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Quelle: METAL HAMMER.de
















