Holger Hübner & Thomas Jensen verkaufen erneut Anteile
Erst im Juli 2026 ging der NDR im Podcast ‘Wem gehört Wacken?’ den Veränderungen auf der geschäftlichen Seite beim Wacken Open Air auf den Grund. Nun gab es eine weitere strukturelle Modifikation: Die Festival-Gründer Holger Hübner und Thomas Jensen haben weitere Anteile an der ICS GmbH International Concert Service an den britischen Investor Superstruct Entertainment abgetreten. Dies berichtet der NDR Schleswig-Holstein, der Einblick in die aktuelle Gesellschafterliste hat.
Alles läuft nach Plan
Konkret verhielt sich die Lage so, dass Jensen und Hübner bislang jeweils etwa 15,5 Prozent von ICD gehörten. Nun halten sie beiden nur mehr jeweils rund fünf Prozent. Über seine deutsche Holding hält Superstruct jetzt circa 90 Prozent an ICS. Gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk bestätigt Thomas zum einen die Vorgänge. Zum anderem sei der Schritt nicht aus heiterem Himmel gekommen, sondern „fester Bestandteil der vertraglichen Absprachen“ gewesen.
Den Einstieg von Superstruct im Jahr 2019, als Hübner und Jensen ihre ICS-Mehrheit veräußert hatten, sieht Thomas positiv: „Allein der Support während der Corona-Zeit war für uns überlebensnotwendig. […] Wenn wir ehrlich sind, gibt es natürlich Entscheidungen, die Holger und ich allein anders getroffen hätten. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass wir vor allem die schlechten Entscheidungen der Vergangenheit allein getroffen haben.“
Weiter hochmotiviert
Noch mehr Geldgeber soll es nicht geben. All das ist kein Grund zum Aufschrei, denn Hübner und Jensen sind weiterhin mit ganzem Herzen dabei, wollen sich „voll für Wacken einsetzen“ und ihre Erfahrung einbringen, um das Festival voranzubringen. Neben den Festival-Legenden gehört mittlerweile auch André Jürgens zur Geschäftsführung. Thomas kommentiert hierzu: „Die operativen Planungen und Entscheidungen des W:O:A werden bei uns schon seit langer Zeit im Team getroffen.“
Ein Punkt ist sicher noch interessant: Dadurch, dass Hübner und Jensen jeweils nur noch fünf Prozent an ICS halten, sind sie ihre gemeinsame Sperrminorität los. Mit dieser konnten sie bislang Änderungen am Gesellschaftsvertrag unterbinden. Von Gesetzwegen bräuchten die beiden dafür insgesamt mehr als 25 Prozent der Anteile. Von Vorteil ist überdies, dass andere Mitspracherechte — wie die Zustimmung zu Übertragungen von Geschäftsanteilen — laut Gesellschaftsvertrag bestehen bleiben.
Dem Ende September im Unternehmensregister veröffentlichten Konzernabschluss zufolge erwirtschaftete die ICS-Unternehmensgruppe 2024 einen Umsatz von circa 64 Millionen Euro sowie einen Jahresüberschuss von etwa 10,5 Millionen Euro. Die Firmen (zu denen auch die ICS-Tochter WOA Festival GmbH zählt, welche das Wacken Open Air ausrichtet) haben durchschnittlich 71 Mitarbeitende und zwei Auszubildende. Für 2027 haben unter anderem bereits Five Finger Death Punch, Electric Callboy, Helloween, Kanonenfieber, Heaven Shall Burn, Edguy, Knocked Loose, Halestorm sowie Children Of Bodom zugesagt.
Superstruct Entertainment hat nicht nur Anteile an Wacken, sondern an ungefähr 80 Festivals auf der ganzen Welt. Im Portfolio sind beispielsweise das Sziget Festival in Budapest, das Tuska Festival in Helsinki sowie das Øyafestivalen in Oslo. Darüber hinaus hat Superstruct selbst einen Mehrheitseigner — und zwar den US-amerikanischen Investment-Riesen KKR mit Sitz in New York.
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Quelle: METAL HAMMER.de
















