„Ich hatte das Gefühl, drei Freunde zu verlieren.“

Sänger John Corabi (unter anderem The Dead Daisies, Ex-Ratt) vertrat 1992 bis 1997 Vince Neil bei Mötley Crüe. Fluch und Segen zugleich: Einerseits konnte sich Corabi durch dieses Engagement einen Namen machen und in der Szene etablieren, andererseits wird er noch heute häufig auf diese Zeit reduziert.

Im Gespräch mit This Day In Metal betont er erneut, wie dankbar er für diese Chance war und erklärt: „Ich weiß – niemand weiß das besser als ich –, dass ich ohne meine Zeit bei Mötley Crüe vielleicht keine Karriere gemacht hätte. Zumindest hat mir diese Erfahrung definitiv dabei geholfen, dorthin zu gelangen, wo ich heute stehe. The Dead Daisies hätten mich gar nicht erst angerufen, wenn ich nicht dieses Etikett ‚John Corabi von Mötley Crüe‘ gehabt hätte. Ich bin also dankbar für diese Gelegenheit.“

Gedachte Zeitreise

Dennoch sei der Musiker niemand, der in der Vergangenheit lebt. „Ein kurzer Blick in den Rückspiegel ist okay, nur um sicherzugehen, dass hinter einem alles in Ordnung ist, aber der Blick muss nach vorne durch die Windschutzscheibe gehen.“ Was ihn jedoch bisweilen störe, sei, dass er in seiner Karriere unweigerlich so viele Stationen durchlaufen musste. „Das liegt einfach daran, dass nichts davon geplant war. Es war nie so, dass ich gesagt hätte: ‚Leckt mich doch alle am Arsch. Ich bin raus. Ich gehe und mache jetzt mal was anderes.‘ Die Karten wurden mir einfach so zugeteilt.“

Womoglich war eine der wenigen Entscheidungen, die in John Corabis Hand lagen, als er seine damalige Band The Scream für Mötley Crüe verlassen hat. Dazu meint er: „Wenn ich in der Zeit zurückgehen könnte, würde ich mir vielleicht sagen, dass ich The Scream nicht hätte verlassen sollen. Aber wenn ich bei Mötley einsteige, würde ich mir definitiv sagen: ‚Häng dich emotional nicht so sehr an die Dinge.‘ Denn das Schwierigste an der ganzen Sache war für mich das Gefühl, drei Freunde zu verlieren.“

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Zwar habe er sporadisch Kontakt zu Tommy Lee und Mick Mars, aber mit Nikki Sixx herrscht beispielsweise Funkstille. „Das bedrückt mich bis zu einem gewissen Grad schon ein wenig“, gibt der Sänger abschließend zu. All diese Erfahrungen haben jedoch auch zu dem Menschen begetragen, der John Corabi heute ist. Erst im April hat er ein weiteres Soloalbum namens NEW DAY veröffentlicht, das vor allem die positiven Seiten des Lebens hervorheben soll.


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Quelle: METAL HAMMER.de