Jay Weinberg durfte keine Nebenprojekte machen
Jay Weinberg tobt sich aktuell kreativ mit verschiedenen Künstlern aus — zuletzt veröffentlichte der Schlagzeuger den Track ‘Drown Fountain’ zusammen mit dem kanadischen Duo Softcult (siehe Video unten). Wie der Sohn von Bruce Springsteen-Drummer Max Weinberg im Interview mit Loyal To The Craft offenbart, waren ihm solche musikalischen Ausflüge lange Zeit verwehrt. Der 35-Jährige hütet sich zwar davor, eine konkrete Band beim Namen zu nennen, doch wer eins und eins zusammenzählen kann, sollte schnell darauf kommen, dass es wahrscheinlich um seine Slipknot-Phase geht, bei denen er 2014 einstieg.
Keine Befruchtung
„‘Drown Fountain’ geistert schon seit 2013 in meinem Kopf herum“, holt Jay Weinberg aus. „Und vieles von diesem Material ist Zeug, an dem ich schon seit Jahren feile. Aber jetzt einer bestimmten Situation zu viel Aufmerksamkeit zu schenken, war es definitiv schwierig, rechtlich nicht die Möglichkeit zu haben, mit anderen Musik zu machen. Denn für mich ist Musik — zumindest das Erschaffen — eine zweigeteilte Sache. Der Abschluss des kreativen Prozesses ist für mich der Moment, an dem ich das Werk teile. Ab diesem Punkt kann ich nichts mehr daran ändern oder nachbessern. Es ist in der Welt, führt ein Eigenleben, und ich kann gewissermaßen weitermachen. Diese Möglichkeit fehlte.
Ich habe zwar Dinge erschaffen und sogar im Privaten mit anderen kollaboriert, aber im Hinterkopf wusste ich immer: ‚Das wird niemand zu hören bekommen…’ Auch wenn ich mich gerne extrem intensiv auf einen Aspekt meines kreativen Lebens konzentriert habe, starb sicher ein kleiner Teil meines kreativen Ichs. Denn diese Dinge bedeuten mir sehr viel. Es sind Songs, bei denen ich selbst 13 Jahre nach der ersten Idee noch mit Leidenschaft daran arbeite, sie zur Vollendung zu bringen und deren Veröffentlichung mir emotional viel gibt.“
Anschließend fährt Jay Weinberg fort: „In einem Rahmen zu arbeiten, der keinerlei Zusammenarbeit mit Außenstehenden zulässt… Doch genau das ist der beste Weg für Musiker, sich weiterzuentwickeln und besser zu werden. Ich liebe die Vorstellung einer ganz gezielten Ausdrucksform – dieses: Das ist die Sache, die ich mache und der ich mich verpflichtet habe. Aber wenn man sich daneben noch anderen Dingen widmet, befruchtet das zwangsläufig auch diese anderen Bestrebungen auf positive Weise. Man kehrt zu seinem eigentlichen Projekt irgendwie weiterentwickelt und mit einer dynamischeren Ausdrucksweise zurück, weil man an anderen Themen gearbeitet hat. Für mich nähren solche Aktivitäten das künstlerische Schaffen.
Mit Menschen unterschiedlichster Disziplinen und Hintergründe zu spielen und kreativ zu sein, fand ich immer sehr gesund. Genau diesen Ansatz verfolge ich auch bei diesem Projekt: Ich bin zwar der Haupt-Songwriter und spiele größtenteils alle Instrumente selbst, hole mir aber Freunde dazu, um das Ganze zur Vollendung zu bringen.“ Doch damit nicht genug: Jay Weinberg hat noch einige Ideen auf Lage: „Ich habe bestimmt um die hundert Demos. Ohne zu viel darüber zu verraten, woran ich zuletzt gearbeitet habe: Ich habe mehr oder weniger meine sieben Lieblingslieder davon ausgesucht, die gut zusammenpassen.“
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Quelle: METAL HAMMER.de
















