Kritik zu CRALON
Mit ‘Cralon’ präsentiert Entwickler Pithead Studios sein Gaming-Debüt, hinter dem mit Björn und Jennifer Pankratz zwei von Piranha Bytes und damit der ‘Gothic’- oder ‘Elex’-Reihe bekannte Namen stehen. Auf dem Papier also reichlich Rollenspielerfahrung, die sich in der Praxis jedoch nur eingeschränkt niederschlägt. Die Handlung hält gerade so bei Laune: Der namengebende Held fällt in die tiefste Ebene eines Minenschachts und muss sich von dort wieder nach oben kämpfen. Mehr ist es nicht – und das wäre für die rund zwölf Stunden Spielzeit womöglich ausreichend, wenn das Gameplay wenigstens tragen würde. Doch genau hier offenbaren sich gravierende Schwächen. Die Hitboxen der Gegner sind erschreckend unpräzise, und mangels durchdachter Ausweich- oder Blockmechaniken steckt man in Kämpfen unnötig viel Schaden ein – oder gar keinen, wenn man die unterirdische Gegner-KI auszutricksen weiß.
Auch darüber hinaus entpuppt sich ‘Cralon’ in bester ‘Gothic’- oder ‘Elex’-Tradition als fehleranfälliges Bug-Abenteuer. Bildrateneinbrüche treten vor allem in hektischen Situationen auf, während spielerische Impulse, die wirklich fesseln, weitgehend fehlen. Umgebungs-Designs und sammelbare Gegenstände wiederholen sich schier endlos, und der dünne Erzählfaden mit vorhersehbarem Ende lässt den lieblos zusammengeklöppelten (oder vorschnell veröffentlichten) Titel eher zu einer zähen Tortur statt einem Dungeon Crawler geraten. Dabei ist eine solide Grundlage durchaus erkennbar, nur bleibt das darauf errichtete Konstrukt zu fragil. Man merkt dem Erstlingswerk von Pithead Studios seine kurze Entwicklungszeit von zwei Jahren deutlich an. ‘Cralon’ ist zwar ein gut gemeinter, aber überhasteter Einstand eines Studios, der sich noch immer mit alten Schwächen herumschlägt. Vermutlich sucht man deshalb die Aufmerksamkeit im Fahrwasser der anstehenden Veröffentlichung von ‘Gothic Remake’.
Quelle: METAL HAMMER.de

















