Kritik zu Motionless In White DECADES

Wenn DECADES eines bestätigt, dann, dass ­Motionless In White auch nach zwanzig Jahren noch nicht wissen, was eine Hand­bremse ist. Das Album startet mit dem Titel-Song fett, schnell, groovy und mit einem Breakdown, der die Messlatte für den Rest der Platte direkt nach oben schraubt. Auch ‘log_in//crash_out’ macht mit seiner Mischung aus Metalcore-Wucht, Synths und überraschend tanz­baren Momenten ordentlich Laune. Über­haupt wirkt DECADES wie ein Tauziehen zwischen den verschiedenen Persönlichkeiten der Band. Auf der einen Seite stehen starke Nummern wie ‘R.I.P.’, das mit seinen emotionalen Gesangs­melodien und dem Feature von Skylar Grey punktet, oder das großartige ­‘Playing God’ mit Corey Taylor – das absolute Highlight des Albums. Statt eines lieblosen Gastauftritts liefern sich beide Sänger einen permanenten Schlag­abtausch, garniert mit einer ordentlichen Portion Old School-Slipknot-Vibes. Die andere Seite von DECADES liebt Synths, Dance-Beats und elektronische Spielerein. Sehr. Wirklich sehr. Besonders deutlich wird das in Stücken wie ‘Blood Rave’, ‘Love At First Bite’, ‘Count Back From Zero’ oder dem Bonustrack ‘Hollywood’. Das funktioniert nicht
immer gleich gut, weshalb die Ankün­digung, das Album zähle zu den härteren Werken der Band, an einigen Stellen nur eingeschränkt überzeugend wirkt. Zum Glück fangen ‘Blood Pact’ und das starke ‘Afraid Of The Dark’ das Album wieder auf, ehe das Corey Hart-Cover ‘Sunglasses At Night’ erneut für einen stilistischen Richtungswechsel sorgt. DECADES ist somit chaotisch, ab­wechslungs­reich und nicht frei von fragwürdigen Entscheidungen. Nicht jede Idee geht auf, nicht jeder elektronische Ausflug hinterlässt Eindruck – langweilig wird es trotzdem zu keiner Sekunde.

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Quelle: METAL HAMMER.de