Kritik zu Of Virtue DEATH OF THE ALTAR
DEATH OF THE ALTAR macht es schwer, sich zu positionieren: Ist die Platte zu glatt, oder einfach gut produziert? Fehlen Screams, oder ist der Klargesang zu stark, um ihm weniger Platz zu geben? Der Titel-Track bringt das Dilemma auf den Punkt: Er groovt, hat Kraft und wirkt aufgeräumt. Alles sitzt. ‘Divinity’ schärft kurz die Kanten, doch kaum sind die Screams da, übernehmen wieder die klaren Töne. Gerade will man mehr Härte fordern, da setzt der Refrain ein und der Frontmann kontert mit gefühlvollem, ausdrucksstarkem Klargesang. Die Kritik bleibt im Hals stecken. Bei ‘Enemy State’ wird deutlich, wie gut Of Virtue die härtere Gangart steht. Sobald die Stimme rauer wird und die Instrumente anziehen, gewinnt die Platte an Spannung. Stellenweise erinnert das an Bad Omens, ohne zur Kopie zu werden. Gleichzeitig funktionieren ‘Too Late’ und ‘Devotion’, weil die Band Druck herausnimmt. ‘Welcome To Hell’ und ‘The Art Of Love’ landen dazwischen: Feuer für Bewegung und Melodie für Refrains, die live laut zurückkommen dürften. Insgesamt klingen Of Virtue diesmal deutlich voluminöser, ohne sich auf große Experimente einzulassen. Moderne Riffs, atmosphärische Ruhepunkte und hartnäckige Hooks halten die Band auf vertrautem Terrain. Genau daraus entsteht der Zwiespalt: Mehr Screams und etwas mehr Rauheit hätten DEATH OF THE ALTAR gutgetan. Andererseits klingt der Klargesang hervorragend, die Songs haben Power, und die saubere Produktion lässt jedes Detail zur Geltung kommen. Zu glatt? Vielleicht. Gut hörbar? Definitiv.
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Quelle: METAL HAMMER.de

















