Kritik zu The Ghoulstars THE DARK OVERLORDS OF THE UNIVERSE

Seitdem die Misfits einst im Alleingang das Horror Punk-Genre aus der Taufe respektive dem Sarg geho­ben haben, erfreut sich das Nischen-Genre weltweiter Beliebtheit und inspiriert Halloween-affine und schauderstreifeninteressierte Musiker. Gönnen wir den Ghoulstars, dem neuesten, finnland­stämmigen Friedhofs­plünderervierer also seine eigene Titelsequenzvorstellung: Am Gesang findet sich Arthur „LL Ghoul A“ Thure (Thernate), an der Gitarre Markus ­„Daddy Ghoul“ Laakso sowie an den Drums Toni „Ghoulio“ Ronkainen (beide Kuolemanlaakso), während Markus ­„Hellaghoul“ Makkonen (Hooded Menace) dazu den Bass bedient. Sämtliche Genre-Charakteristika wie von Gruselfilmen geborgte Song-Titel oder Dialogschnipsel werden aufgefahren, jedoch fehlt den Ghoulstars das ent­scheidende Element, welches die Misfits’sche Meisterklasse (sowie sämtliche gute Horror Punk-Kapellen) ausmacht: Authentizität und vor allem Gänsehautmelodien. Auf THE DARK OVERLORDS OF THE UNIVERSE indes geht nicht mal der Titel-Song hymnisch über Frankenstein-Vorschul-Niveau hinaus. Ebenso erweist sich der musikalische (metallisch geprägte) Härtewillen sowie der White Zombie-hörige Soundcollagen-Zwang auch als störend. Dass solch eine arg blutleere Angelegenheit zugleich künstlerisch so überflüssig sein kann, ist die wohl größte (fragwürdige) Leistung dieser schockierend öden Möchtegern-
Murderdolls.

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Quelle: METAL HAMMER.de