„Mario Bava und Dario Argento waren prägend.“

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Aller Anfang ist schleppend
Ähnlich wie Black Sabbath in Großbritannien die Blaupause für die dortige Metal-Szene lieferten, taten es Jacula in Italien. Unter der Ägide von Frontmann Antonio Bartoccetti verschmolz die Band Kirchenorgeln mit schwermütigen Riffs und beschwor eine sakrale Ästhetik; schwarzmagische Rituale und liturgische Harmonien griffen ineinander und formten progressive Klangungetüme. Mit TARDO PEDE IN MAGIAM VERSE (1972) und möglicherweise auch IN CAUDA SEMPER STAT VENENUM (2001) ebneten Jacula den Weg für den italienischen Metal. Letzteres sei, so Bartoccetti, bereits 1969 in einer frühen Version und auf 300 Stück limitiert „zur Weitergabe an Freunde und die okkulte Gemeinschaft“ im Umlauf gewesen. Eindeutige Belege dafür gibt es allerdings nicht (auf Anfrage von METAL HAMMER bestätigte Bartoccettis Label Black Widow Records die Existenz entsprechender Master-Bänder).
Ohne Berührungspunkte blieben die beiden Keimzellen Großbritannien und Italien nicht. Nachdem sich Black Sabbath von Ozzy Osbourne 1979 wegen dessen Drogenmissbrauchs getrennt hatten, übernahm der italienischstämmige Ronnie James Dio den Gesang und machte – laut eigener Aussage inspiriert von seiner Großmutter – die Mano cornuta als Zeichen gegen den „bösen Blick“ in der Metal-Szene populär. Antonius Rex, ebenfalls von Bartoccetti gegründet, führten den von Jacula etablierten progressiv-okkulten Ansatz fort. ZORA (1977) und ANNO DEMONI (1978) setzten auf noch ausladendere Sakralstrukturen und untermalten sie mit Naturmystik: dramatischer und näher an Oper oder filmischer Inszenierung als am gewöhnlichen Rock-Song. Paul Chain Violet Theatre fungierten als zentrales Verbindungsstück dieser Übergangszeit.
Ästhetischer Katalysator
Auf DETACHING FROM SATAN (1984) bildet das Kirchenlied ‘Who Is On The Lord’s Side?’ (1871) das Intro zu ‘Armageddon’; IN THE DARKNESS (1986) und 4TH OPERA (1987) oszillieren zwischen Black Sabbath-Blues Rock und theatralischer Geschichtenerzählung. Bands wie Vanadium hielten dagegen mit METAL ROCK (1982) sowie A RACE WITH THE DEVIL (1983) am klassischen Proto Metal à la Deep Purple und Rainbow fest und orientierten sich modisch offensichtlich an den Lederrebellen Judas Priest. Dark Quarterer standen mit DARK QUARTERER (1986) und THE ETRUSCAN PROPHECY (1987) eher in der Tradition des Progressive Rock.
Den entscheidenden Schritt zur visuellen Inszenierung vollzogen Death SS. Ihr Auftreten speiste sich vor allem aus dem italienischen Horrorfilm. Der Erstling …IN THE DEATH OF STEVE SYLVESTER (1988) verschränkt Heavy Metal mit doomiger Schwere und frühen Black Metal-Einflüssen. „Mario Bava und Dario Argento waren prägend für meine visuelle Fantasie und mein Verständnis von Dunkelheit“, sagt Frontmann Steve Sylvester. „Filme wie ‘Die Stunde, wenn Dracula kommt’ (1960 – Anm.d.A.) oder ‘Suspiria’ (1977 – Anm.d.A.) haben mich viel stärker geprägt, als es Rock-Musik je vermochte.“ Bavas ‘Die drei Gesichter der Furcht’ (1963, englischer Titel: ‘Black Sabbath’) entlehnten Black Sabbath ihren Band-Namen. Auch US-amerikanische Werke wie der Kurzfilm ‘Lucifer Rising’ (1972), nach dem Sylvester sein Label benannte, wurden zum ästhetischen Katalysator.
Düstere Symbiose
Alle Musiker von Death SS schlüpften in die Rolle von archetypischen, filmisch verarbeiteten Horrorgestalten: Hexen, Vampire und Dämonen. Auf BLACK MASS (1989) nähern sie sich dem Thema Schwarze Messe. Der Einfluss von Film auf Musik funktionierte reziprok. Die Progressive Rock-Band Goblin komponierte unter anderem für Argentos ‘Rosso – Farbe des Todes’ (1975) teilweise sowie ‘Suspiria’ vollständig die Soundtracks. Und der italienische Metal passte sich zunehmend dieser düsteren Symbiose an.
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Quelle: METAL HAMMER.de
















