Nachhaltigkeit im Metal: Grüner moshen

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Leuchtturm im Süden

Wie von Rötche angesprochen, betreibt das Summer Breeze Open Air eine Vielzahl von Maßnahmen zugunsten des Umweltschutzes – seit 2020 unter dem Motto „Less Trash, More Thrash“. Federführend zuständig für den Bereich ist Minou Alirezazadeh, die als ausgebildete Nachhaltigkeits-Managerin für Kultur und Medien eng mit der Festival-Produktion zusammenarbeitet. Während der Veranstaltung unterstützen sie bis zu zehn Personen bei der Umsetzung der Projekte und Maßnahmen vor Ort. „Der konkrete Anstoß war vor sechs Jahren die wachsende Menge an Müll und Ressourcen-Verbrauch, die man auf Festivals leider oft als ‚normal‘ hinnimmt.

Uns war klar: Wenn wir wollen, dass Festival-Kultur auch langfristig bestehen kann, müssen wir aktiv Verantwortung übernehmen und neue Standards schaffen“, resümiert Alirezazadeh die Entwicklung. „Das Summer Breeze lebt von Gemeinschaft, Respekt und bewusstem Miteinander – genau diese Werte wollen wir auch im Umgang mit Umwelt und Ressourcen widerspiegeln.“

Probleme und Lösungen

Unter die aktuellen Maßnahmen fallen auf Besucher ausgelegte Initiativen zur Mülltrennung (mit lokal produzierten und von einer Lebenshilfe zusammengestellten Mülltüten) sowie Entsorgung und Reinigung, aber auch ein umfangreiches Entsorgungskonzept für sämtliche Food-Stände, die zudem dazu verpflichtet sind, biologisch abbaubares Einweggeschirr auszugeben. Weitere Vorkehrungen umfassen einen Foodsharing-Stand, ein vereinfachtes System zur Pfandrückgabe sowie wassersparende Vakuumtoiletten. In einem gesonderten, stetig weiter ausgebauten Green Camping-Areal verzichtet man auf Stromaggregate, verpflichtet sich zur Sauberkeit und kompostiert Biomüll.

Beim „­Grünen Festival-Stammtisch“ wird während des Festivals über Nachhaltigkeitsthemen diskutiert, und im neu erschaffenen „Green Garden Pit“ können sich ab diesem Jahr Initiativen, Vereine und NGOs mit Fokus auf Nachhaltigkeit präsentieren (etwa BUND Naturschutz Bayern e.V., Wildtierhilfe Mittelfranken oder Sea Shepherd). Einblick in andere Arbeitsfelder und Austausch über Probleme wie Lösungen inspirieren und fördern das eigene Wachstum, so das Credo. „Besonders beeindruckt hat uns das Boom Festival in Portugal, das in Sachen Nachhaltigkeit sehr konsequent und innovativ arbeitet“, schwärmt Alirezazadeh. „Solche Beispiele zeigen, was langfristig möglich ist, und liefern wertvolle Impulse, die man auch auf andere Festivals übertragen kann. Gleichzeitig ist uns wichtig, eigene Lösungen zu entwickeln, die realistisch zu uns und unserer Infrastruktur passen.“

Grüne Wiesen

Auch dem Wacken Open Air ist das Thema Nachhaltigkeit wichtig. Das größte deutsche Metal-Festival hat dafür die Initiative „Green Wacken“ ins Leben gerufen. Der Name soll an die grünen Wiesen erinnern, auf denen die Veranstaltung stattfindet und die danach wieder hergestellt werden sollen – eine Mammutaufgabe, schließlich entsteht für die Festival-Dauer eine Art Großstadt mit über 100.000 Menschen. „Das Thema Nachhaltigkeit ist in allen Bereichen der Gesellschaft wichtiger denn je und hat beim Wacken Open Air ebenfalls einen besonderen Stellenwert“, sagt Mitbegründer Thomas Jensen, und gibt zu bedenken, dass sein Festival auf landwirtschaftlichen Flächen stattfindet, die davor wie danach bestellt werden.

„Diese Zusammenarbeit ist uns wichtig und zahlt in die nachhaltige Nutzung von Flächen voll ein. Wir sind eng in der Region verwurzelt und erfahren seit vielen Jahren große Unterstützung vor Ort. Wir versuchen, das Festival zusammen mit Partnern zu nutzen, um neue Projekte auszuprobieren, Erkenntnisse daraus zu ziehen und diese bestenfalls künftig miteinfließen zu lassen. Viele Maßnahmen, die heute unter ‚Green Wacken‘ laufen, wurden in der Praxis schon länger umgesetzt. Es kommen immer wieder neue hinzu und wir versuchen, sie sichtbarer darzustellen, um das Bewusstsein zu schärfen.“

Don’t Talk To Strangers – das MH Podcast Interview

Nachhaltigkeit im Metal: METAL HAMMER-CvD Katrin Riedl im Gespräch mit Sarah Lüngen von The Changency über „Sustainable Touring“. Viel mehr dazu in der METAL HAMMER-Ausgabe 08/2026!

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Quelle: METAL HAMMER.de