Within Temptation: „Wo sind denn alle?“

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METAL HAMMER: Sharon, Within Temptation schienen immer eine sehr stabile Band zu sein. Andauernde Weiterentwicklung und ständiges Wachstum, aber keine Skandale – wie haben sich diese 30 Jahre für euch angefühlt?

Sharon den Adel: Wie eine Achterbahnfahrt! Natürlich haben sich die Dinge musikalisch stark verändert. Wir fingen mit der Musik an, mit der wir aufgewachsen sind, und sind immer neuen Einflüssen gefolgt, die wir in unsere Musik integriert haben. Das war unsere Evolution im Lauf der Jahre – jedes Mal ein kleines bisschen. Aber was als Nächstes kommt, wird riesig sein. Es ist etwas ganz anderes – ich liebe es und hoffe, dass es alle anderen im positiven Sinne aus den Socken hauen wird; der Sound wird sich mit dem nächsten Album komplett ändern.

„Wo sind denn alle?“

MH: Darauf werden wir noch zu sprechen kommen. Lass uns zunächst einige Stationen eurer Karriere beleuchten. Als du vor 30 Jahren Within Temptation gegründet hast – was waren deine Ambitionen, Motivationen und Träume?

SdA: Die Motivation war einfach, Musik zu machen. Denn das ist es, was wir lieben! Wir hatten, als wir anfingen, das Gefühl, die Band könnte größer werden. Wir haben sehr an unsere Musik geglaubt. Ein einziges Mal kam es vor, dass nur drei Gäste im Saal waren; das war unser erster Auftritt, und wir dachten: „Wo sind denn alle?“ Aber danach war jede Show während unserer gesamten Karriere ausverkauft oder fast ausverkauft. Also hatten wir schnell den Eindruck, dass das, was uns gefällt, den Leuten auch gefallen wird.

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Das ist einer der Gründe dafür, warum wir immer versucht haben, uns weiterzuentwickeln – vielleicht ist das ein wenig arrogant, aber man braucht in gewisser Weise auch ein bisschen Arroganz, wenn man neue Dinge ausprobiert. Musik war mein Traum, und er ist für uns wahr geworden. Ich bin so glücklich, weil ich das tue, was ich am meisten liebe, und bin einfach sehr zufrieden mit dem, was wir erreicht haben, und genieße es noch immer sehr.

Gegenseitige Inspiration

MH: War es damals hilfreich, aus den Niederlanden zu sein – wegen der Szene, der Produzenten, der Musiker in eurem Umfeld?

SdA: In den Niederlanden war damals viel los. Da gab es natürlich Death Metal mit Gorefest zum Beispiel, die für viele Bands den Weg geebnet haben, obwohl sie ganz andere Musik gemacht haben als wir. Es gab zwar einige Ähnlichkeiten, aber stilis­tisch lagen wir natürlich weit auseinander. Die Szene blühte zu dieser Zeit wirklich auf. Als wir anfingen, waren wir eine der wenigen Bands mit einer Sängerin; danach kamen noch viele weitere, auch aus den Niederlanden. Das passiert eben, wenn die Leute eine Band aus dem eigenen Land sehen und denken: „Oh, vielleicht können wir das auch.“ Das ist das Schönste, was passieren kann – dass man sich gegenseitig inspiriert.

30 Jahre Within Temptation: Interview mit Sharon den Adel (Video)

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Wie man mit einem heftigen Popularitätssprung umgeht, wie Within Temptation die Risiken ihrer Weiterentwicklung einschätzen und ob sich Sharon als Vorbild fühlt, lest ihr in der METAL HAMMER-Augustausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

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Quelle: METAL HAMMER.de