zu hohe Kosten, psychische Gesundheit leidet
Aus dem Hause Ancst erreichen uns uncoole Neuigkeiten. So sieht sich Mastermind Tom Schmidt gezwungen, weniger Kraft, Energie, Zeit und Geld in seine Band zu stecken. In einem ausführlichen sowie aufwühlenden Statement erklärt der Berliner seine Beweggründe. Zum einen hat zuletzt die psychische Gesundheit des Black-Metallers Schaden genommen. Zum anderen kann und will Schmidt die mittlerweile sehr hohen Kosten für Konzerte nicht mehr stemmen. Die für den Herbst angesetzte Tournee wird vorerst die letzte Gelegenheit sein, die Formation live zu sehen.
Völlig erschöpft
„Ancst werden 2027 deutlich kürzertreten“, beginnt Toms Stellungnahme. „Die Tour im September wird höchstwahrscheinlich unsere letzte für absehbare Zeit sein. Für nächstes Jahr sind keine Tourneen geplant, und ich muss einige bereits geplante Konzerte absagen. Ich brauche eine Pause. Nach 16 Jahren bin ich völlig erschöpft. Meine psychische Gesundheit hat gelitten, mein Körper ist müde, und in den letzten neun Monaten musste ich fast jedes Konzert aus eigener Tasche bezahlen.
Selbst mit den Merchandise-Einnahmen kosten mich manche Abende mittlerweile so viel, wie andere für ein großes Stadionkonzert ausgeben – nur für das Privileg, selbst aufzutreten. Ich kann und will das einfach nicht mehr durchhalten. Auch der Shop hat einen weiteren schweren Schlag erlitten. Neue EU-Verpackungs- und Recycling-Vorschriften, die im August in Kraft traten, zwangen mich dazu, ihn vorübergehend zu schließen. Ich werde den Versand innerhalb Deutschlands nach der Tournee voraussichtlich wieder aufnehmen, aber der Versand in den Rest der EU ist mir derzeit unmöglich – ähnlich wie der Versand in die USA bereits.
Loch im Geldbeutel
Für ein kleines DIY-Projekt kann ich nur eine begrenzte Menge an Bürokratie und zusätzlichen Kosten verkraften. Das ist nicht das Ende von Ancst, und ich höre auch nicht mit der Musik auf. Ich werde weiterhin Alben, Kassetten und kleinere Veröffentlichungen machen – wahrscheinlich wieder so, wie ich es am Anfang getan habe. Ich werde weiterhin Konzerte geben, aber nur noch ausgewählte: Orte und Künstler, die ich wirklich unterstützen möchte, oder Konzerte, auf die ich einfach unbedingt Lust habe – selbst wenn ich weiß, dass ich dabei Verluste machen könnte.
Statt 50 Konzerte im Jahr werden es nur noch eine Handvoll sein. Es war eine tolle Zeit. 16 Jahre, unzählige Veröffentlichungen, Tourneen, Konzerte, Orte und Menschen, die ich mit diesem Projekt nie erwartet hätte. Ich bin unglaublich dankbar für all das. Aber ich kann dieses Tempo weder finanziell noch persönlich weiterführen. Deshalb werden Ancst nach September deutlich langsamer machen. Wir sind nicht weg. Nur langsamer.“
Ancst — Tour 2026
- 05.09. Berlin, Neue Zukunft
- 06.09. Leipzig, Bermudadreieck
- 07.09. Weimar, Gerber
- 08.09. Kassel, Goldgrube
- 09.09. München, Café Marat
- 10.09. CH-Zürich, Werk 21
- 11.09. Trier, Villa Wuller
- 12.09. Limburg, Kakadu
- 06.11. Dresden, Chemo
- 07.11. Görlitz, Basta!
- 11.12. Stuttgart, Juha West
- 12.12. Köln, Privat
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Quelle: METAL HAMMER.de
















