Kritik zu Crazy Lixx TWO SHOTS AT GLORY

Crazy Lixx TWO SHOTS AT GLORY

Hard Rock , Frontiers/Soulfood (11 Songs / VÖ: 16.2.) 

Mehr als zwanzig Jahre sind die Malmöer schon im Retro Hard Rock-Geschäft. Ihr jüngstes Album feiert diese Langlebigkeit auf unge­wöhn­­liche Weise: So hat man sich nicht allein alte Songs (das Gros stammt vom 2012er-Werk RIOT AVENUE) für eine Neu­bearbeitung vorgenommen und darunter drei Neuaufnahmen gemischt. Nein, Crazy Lixx haben den Remake-Gedanken zusätz­­lich auf eine – viral steil gehende – Reihe von sogenannten „Unoffical Soundtrack Videos“ übertragen, in denen beispiels­weise Szenen aus Achtziger-Filmen wie ‘Excalibur’ gewinnbringend mit dem Bonfire-Cover ‘Sword And Stone’ gepaart oder ‘Tango & Cash’-Auszüge vom Crazy Lixx-Track ‘Whiskey Tango Foxtrot’ unter­malt werden. ­Kompo­si­to­risch kompetent und Glam Metal-gefällig ist TWO SHOTS AT GLORY im gewohnten Bon Jovi-/Def Leppard-/Achtziger-Kiss-Kosmos unter­wegs, doch lässt sich bei einer Videowahl ein etwas schaler Bei­geschmack nicht erwähnungs­los mit Whiskey herunter­spülen: Dass man für den Titel ‘Fire It Up’ ausgerechnet die berühmte Bar-Sequenz des Jodie Foster-Streifens ‘The Accused’ (‘Angeklagt’) – damals wie heute ein Plädoyer für Bewusst­sein bezüglich des Tatbestandes einer öffentlich geduldeten Gruppen­vergewaltigung – als Bildmaterial wählte, zeugt von fehlendem Film­verständ­nis wie Feingefühl.

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Da hilft es auch nicht, dass die Band auf – im Netz natürlich schon längst geäußerte Bedenken – entgegnet, dass der Liedtext im neu geschaffenen Bild-Ton-Kontext nun auch eine neue Lesart verlange. Solch clevere Vexierspiel-Lyrik­tricks nimmt man Crazy Lixx – wie wohl auch dem Gros der von ihnen bewunder­ten Achtziger-Artgenossen – nämlich leider nicht ab.

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Quelle: METAL HAMMER.de