Kritik zu Hokka VIA MISERIA IV

Nachdem Sänger Joel Hokka 2025 überraschend aus der finnischen Eurovision Song Contest-Band Blind Channel ausgetreten war, bringt er nun (anders als der Titel VIA MISERIA IV vermuten lässt) sein Solodebüt raus. Begleitet wird er dabei vom ehemaligen The Rasmus-Gitarristen Pauli Rantasalmi und der finnischen TikTok-Sensation Jimi Aslak am Schlagzeug. Wo sich Blind Channel auf ihren Alben modernem Metalcore gewidmet haben, wirken Hokka nicht minder modern, dafür aber sanfter und Stadion-Rock-lastiger. Mit ‘Blackbird’, ‘In Darkness’ oder ‘Bon Apetit’ treiben die Finnen die Energie des Albums etwas nach oben. Letzteres erinnert dank seines dramatischen Intros sogar entfernt an Pop/Rock-Ikonen wie Panic! At The Disco oder Fall Out Boy. Theatralik wird groß­geschrieben, und Hokka beweisen einen unbändigen Hang zum Kitsch. Wo ‘Murder Ballad’ melodramatisch, düster und schmachtend erklingt, überrascht ‘Serpent’s Song’ mit einem leichten Pop-Rhythmus und eingängi­gem Gesang. Um der schnulzigen Platte noch die letzte gezuckerte ­Maraschino-Kirsche aufzusetzen, covern die Finnen den Seal-Schlager ‘Kiss From A Rose’ und verleiten zum verträumten Mit­schunkeln. Nicht düsterromantisch genug für HIM-Vergleiche und doch zu rockig für One Direction-Parallelen bahnen sich Hokka ihren eigenen Weg.

***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***



Quelle: METAL HAMMER.de