Kritik zu Powerrage BEAST

Puh, das ist ein harter ­Brocken, den uns ­Powerrage als Debüt vor­legen. Und das liegt nicht daran, dass wir es mit Unbekannten zu tun hätten. Gitarrist John Ricci gehört zu den Gründungsmitgliedern der legendären Exciter, und auch Sänger Jacques Bélanger verdingte sich von 1996 bis 2006 bei den kanadischen Pionieren des Speed Metal. Was die beiden auf BEAST veranstalten, kann allerdings nicht überzeugen. ­Bélanger hat immer noch die perfekte Stimme für dieses Genre, seine hohen Schreie lassen Glas zerspringen. Aber wäre er ein Schauspieler, würde man von Overacting sprechen. Sein Organ liegt sehr dominant über der Musik, seine Melodie­linien (wenn man das überhaupt so ­nennen kann) sind extrem simpel. Oft wiederholt er einfach endlos den Song-Titel, und ganz schlimm wird es bei ­‘Haunted Hell’. Doch auch die restlichen Texte bestehen meist nur aus dem jeweiligen Titel und ein paar Genre-typischen Vokabeln drumherum. Dagegen sind sogar Manowar echte Poeten. Leider kann Ricci mit seinem Riffing die Kohlen nicht aus dem Höllenfeuer holen, im Gegenteil. Ein paar gute Ideen gehen im Durchschnittsgeschrammel unter, die Stücke wirken unfertig und hingerotzt. Das spiegelt sich nicht zuletzt im Sound wider, der an ein Demo erinnert. Nee, Freunde, damit er­obert ihr 2026 nicht den Metal-Thron.

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Quelle: METAL HAMMER.de