Kritik zu Finsterforst STILL
Ich muss gestehen, dass mich der Name Finsterforst in den letzten zwei Dekaden begleitet hat, ohne dass ich mich jemals intensiver mit der Band beschäftigt hätte. Das ändert sich mit STILL. Ich komme musikalisch aus einer völlig anderen Ecke, aber dieser Sound ist das Interessanteste, was ich diesen Monat gehört habe. Die Frage ist zunächst einmal: Was genau spielen Finsterforst eigentlich? Folk Metal? Black Metal? Progressive Rock? Den Soundtrack zu einer verschollenen Staffel von ‘Captain Future’? Dazu gesellen sich immer wieder monumentale Wuchtszenarien, die stellenweise sogar Erinnerungen an Rammstein wecken. STILL besitzt Dampf, Wucht, düstere Exzentrik und vor allem eine Eigenständigkeit, die man im modernen Metal längst nicht mehr als selbstverständlich voraussetzen darf. Die Produktion trägt ihren Teil dazu bei. Das Klangbild wirkt kraftvoll und detailreich, ohne die Atmosphäre unter Hochglanzschichten zu begraben. Finsterforst erschaffen eine eigene Welt, die gleichermaßen majestätisch, bedrohlich und faszinierend wirkt. Dass es bei mir nicht zur kompletten Begeisterung reicht, liegt an manchen gesanglichen Ansätzen. Frontmann Oliver Berlin hat Charisma, und wenn es zu eindringlich wird, wirkt mir das Ganze zu gewollt. Da gefällt mir seine gottgegebene Singstimme viel besser. Finsterforst suchen auch oft Ecken und Kanten im Song-Ablauf, an denen ich mich stoße – wenngleich der Höhepunkt meist zur Salbung führt. Kann gut sein, dass ich mich in ein paar Wochen verfluche, hier nur 4,5 Punkte gegeben zu haben. Definitiv eine Band, in deren Katalog ich mich jetzt zurückhören werde. Überraschung des Monats.
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Quelle: METAL HAMMER.de

















