Kritik zu Pirate Queen SAILING AROUND THE WORLD

Running Wild, Alestorm, Swashbuckle (wo sind die eigentlich abgeblieben?), Visions Of Atlantis, Storm Seeker und so weiter – das Piraten-Image erfreut sich im Metal größter Beliebtheit. Vor drei Jahren platzten Pirate Queen in die Szene und regten mit ihrer Eigenbeschreibung – „die erste rein weibliche Piraten-Band aus dem Bermuda-Dreieck“ – zum Schmunzeln an. Ihr Zweitwerk SAILING AROUND THE WORLD beweist jedoch, dass das ent­sprechend kostümierte Quintett seine Sache ernst meint. Nach einem pompös in Szene gesetzten, gesprochenen Intro lassen die Damen stimmlich sanften, aber hart riffenden Symphonic Power Metal vom Stapel. Besonders hervor sticht dabei Neuzugang Her Majesty Elizabeth Noir Nuit (Sara Mateo Vidaña) mit ihrer grandiosen Stimme. Stücke wie das flott treibende ‘William Kid’, das teils auf Spanisch intonierte ‘Ciudad de Tacoronte’, die Dampframme ‘Her Majesty Captain Destiny Grieflord’, das von einer Meeres­kulisse eingeleitete und mit einem schmis­sigen Solo ausgestattete ‘Lyxion’ oder der Abschlusskracher ‘On The Sea’ sind gut komponiert, klingen variabel und machen durchgehend Spaß, sodass die gute halbe Stunde wie im Flug vergeht. Wir lernen (erneut): Niemals Bands wegen ihrer Verkleidung abschreiben – manchmal verbergen sich dahinter echte Schätze.

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Quelle: METAL HAMMER.de