Kritik zu Green Lung NECROPOLITAN
War bislang jedes neue Album des ursprünglich im Doom angesiedelten Londoner Quintetts ein weiterer Qualitätssprung nach vorne, bricht auch die vierte Veröffentlichung nicht mit dieser Tradition. Nachdem Düster-Rock-Klangmeister Tom Dalgety (Ghost, The Cult, The Damned, Unto Others) auf dem Vorgänger primär nur für den Mix zuständig war, hat er NECROPOLITAN diesmal komplett produktionstechnisch betreut. Das resultiert in einem wunderbar detaillierten und genauso wuchtigen Gesamt-Sound. Mag sich das Album thematisch mit der britischen Hauptstadt befassen, ist ein grundlegender Einfluss (auch in Sänger Tom Templars Timbre) diesmal unüberhörbar Black Sabbath und – noch stärker – Ozzys Soloschaffen. Letzteres ist vor allem im hochmelodischem Songwriting evident, denn NECROPOLITAN wartet mit künftigen Finsternis-Evergreens am laufenden Band auf. Mit dezent zurückgeschraubter Deep Purple-Orgel gelingt das Tribut an die (und andere) Meister des musikgewordenen Horrorkinos auch so vortrefflich, weil es stilvoll und subtil geschieht. So wählt man für eine Hymne wie etwa ‘Ozymandias’ ein Sonett aus dem frühen 19. Jahrhundert als Inspiration (wie ‘Watchmen’-Fans wissen, damit nicht der einzige populärkulturelle Querverweis). Ihrer Folk-Wurzeln gedenken die Druiden-Dudes dagegen nur am Ende: ‘To The Gallows Born’ fällt entsprechend aus dem Rahmen, könnte aber auch als Vorbote für eine Rekalibrierung zwischen Iron Maiden und Blind Guardian gewertet werden. Doch das bleibt Spekulation. Fest steht, dass NECROPOLITAN die Soundcheck-Siegerscheibe der Sabbath-schwarzen, schweren Herzen ist.
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Quelle: METAL HAMMER.de

















