Tom Morello berührte Randy Rhoads verbotene Gitarre

Tom Morello erhielt die seltene Gelegenheit, ein Instrument in den Händen zu halten, das in der Metal-Szene als absolut heilig gilt: die legendäre, von der Flying V inspirierte Jackson Concorde-Gitarre. Es ist das Instrument des unvergessenen ehemaligen Ozzy Osbourne-Gitarristen Randy Rhoads.

Zuvor war die Gitarre bereits zur Bewunderung der Fans im Museum der Rock & Roll Hall Of Fame ausgestellt. Doch sie tatsächlich selbst zu halten, ist ein Privileg, das nur ganz wenigen Auserwählten zuteilwird.

Das Versprechen von Randy Rhoads Familie

Im Gespräch mit dem Magazin „Classic Rock“ bestätigte Morello, dass er das legendäre Instrument halten durfte – allerdings nur hinter verschlossener Tür.

Laut Morello hatte Randys Mutter darum gebeten, dass das Instrument nach Rhoads’ Tod nie wieder gespielt werden dürfe. Ihr Wunsch war es, dass der verstorbene Musiker der Letzte blieb, der Töne aus dieser Gitarre entlockte. Daher kam es nur äußerst selten vor, dass jemand außerhalb der Familie überhaupt Zugang zu dem Instrument erhält.

„Seine Schwester, die wirklich sehr freundlich ist, hütet all diese Sachen wie ihren Augapfel. Sie sind irgendwo in einem geheimen Tresor verstaut, und niemand weiß, wo er ist“, erzählte der Rage Against The Machine-Gitarrist. „Ich hatte sie gefragt, ob ich sie mir ansehen dürfte, und sie sagte: ‚Niemand sieht sie.‘ Das muss man respektieren.“

Ein Hauch von 1982: Der Geruch von Randys Gitarrenriemen

Jedoch meldete sich Randys Schwester einige Zeit später unerwartet bei Morello: „Sie schrieb mir eines Tages eine SMS und sagte: ‚Randys Gitarre ist auf dem Weg zur Rock & Roll Hall Of Fame und wird heute Nachmittag bei mir zu Hause sein, falls du vorbeikommen und sie dir ansehen möchtest.‘ Aber ich war leider gerade auf Tour.“

Einige Zeit später ging Toms Herzenswunsch doch noch in Erfüllung. „Etwa ein Jahr später schrieb sie mir eine SMS, dass die Gitarre an diesem Nachmittag bei ihr zu Hause sei – auf dem Rückweg aus der Rock & Roll Hall Of Fame – und ob ich sie mir nun ansehen wolle.

Ich durfte sie in den Händen halten“, schilderte Morello sichtlich ergriffen. „Das war ein ziemlich bewegender Moment für mich. Das Verrückte daran war, dass der Ledergitarrenriemen immer noch nach Zigarettenrauch roch. Er trat bis zu seinem Tod auf, daher hatte der Riemen noch den Rauch aus dem Jahr 1982 in sich.“

Ein lebenslanges Idol

Es ist kein Geheimnis, dass Morello seit jeher ein glühender Verehrer von Rhoads ist – ebenso wie von dessen einstigem Frontmann Ozzy Osbourne. Morello fungierte 2025 als musikalischer Leiter des „Back To The Beginning“-Konzerts und setzt seinen Einfluss bei der Rock & Roll Hall Of Fame seit Langem leidenschaftlich für Hard Rock und Metal ein. Tatsächlich hielt der Rage Against The Machine-Gitarrist 2021 auch die Laudatio bei Rhoads’ feierlicher Aufnahme in die Hall Of Fame.

Bereits 2011 erinnerte sich Morello in der Sendung „That Metal Show“ an seine Studienzeit an der Harvard-Universität in Boston. Damals verbrachte er bis zu acht Stunden täglich beim Gitarrenüben – stets inspiriert von einem Randy Rhoads-Poster an seiner Zimmerwand.

Tom Morello: „Was hätte Randy noch alles erreicht, wenn er weitergelebt hätte?“

Rhoads’ tragischer Tod 1982 im Alter von nur 25 Jahren hinterließ bei Morello tiefe Spuren. 2012 gedachte er dem Verstorbenen gegenüber Music Radar mit bewegenden Worten: „Ich erinnere mich noch genau, wie es mich völlig aus der Bahn geworfen hat. Es war so tragisch. In gewisser Weise ist Randy Rhoads der Robert Johnson des Metal. Es ist ein so kleines Werk, das dennoch unglaublich einflussreich war. Er war noch nicht einmal auf dem Höhepunkt seines Ruhms, er war noch auf dem Weg nach oben.“ Morello fügte nachdenklich hinzu: „Da bleibt einem nur die Frage: Was hätte er noch alles erreicht, wenn er weitergelebt hätte?“

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Quelle: METAL HAMMER.de