Kritik zu Eivør TUNGL

Eivør ist längst keine Unbekannte mehr. Nebst Wardruna (mit denen die Sängerin bereits die Bühne teilte), Heilung und äh­nlichen Combos reiht sich die färöische Künstlerin nahtlos in die Reihen des Nordic Folk ein – wenngleich deutlich moderner. Das Stimmwunder dürfte Fans von ‘God Of War’ oder ‘The Last Kingdom’ bekannt vorkommen. Ihren viel­seitigen, kraftvollen Gesang (von folkloristischem Kehlgesang bis hin zu opernhaftem Timbre) präsentiert Eivør nun erneut mehrsprachig auf Platte. TUNGL (isländisch für Mond) ist dabei als eine Art Gesamtwerk zu sehen. Klar lassen sich auch einzelne Stücke wie die Eröffnung ‘Og mánin græt’ („Und der Mond weint“), herauspicken und ge­nießen. Metal- oder Rock-Klänge sollte jedoch niemand erwarten, ebenso wenig traditionelle oder historische Instrumente. Eivør hat eine ganz eigene Musik geschaffen. Nummern wie ‘Verjugarðar’ oder ‘Drekafljóð’ könnten sich textlich durchaus in Folklore einreihen, die klangliche Tendenz geht indes eher in Richtung elektronischer Dark Ambient. Unterbrochen wird dieser nur vereinzelt – etwa von einem Piano oder Streich­instrumenten in den melancholischen ‘Everyone But Me’ oder ‘Eon’. TUNGL ist zweifelsohne eine unaufgeregte Reise in musikalische Sphären, bei denen sich vor allem die aufgeschlossene Hörerschaft auf eine nahezu transzendente Erfahrung gefasst machen kann. Namentlich genannte Nummern sind auch jene, die besonders hervorstechen und deren Rhythmus noch eine ganze Weile nachhallt.

***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***



Quelle: METAL HAMMER.de