„Alter Bridge haben uns gerettet.“

Bereits vergangenen Frühjahr hatte Drummer Morgan Rose im Gespräch mit Stan Bicknell offengelegt, dass Sevendust vor etwa zwei Jahren ernsthafte Pläne für eine Auflösung geschmiedet hatten. Das am 1. Mai 2026 erscheinende Album ONE war somit als musikalischer Abschied gedacht. Damals erklärte Rose zwar, dass es (offensichtlich) zur Kehrtwende kam, jedoch nicht explizit, warum.

Eine Beziehung aufbauen

Nun war der Schlagzeuger zu Gast bei Grave Noise, wo es vorrangig um die anstehende Europatournee von Sevendust ging. Am 25., 26. und 27. November beehrt das Quintett beispielsweise Hamburg, Köln und München. Auf die Frage, warum jetzt, nach acht Jahren, der richtige Zeitpunkt für eine Rückkehr nach Europa sei, erklärt Morgan Rose: „Wir waren – wie man sehen konnte – nur sehr selten in Übersee unterwegs, also auch kaum in Europa. In Australien sah es ähnlich aus – auch dort waren wir nur sehr selten. Alle fünf bis zehn Jahre sind wir mal dorthin gefahren, um ein paar Shows zu spielen. Das ist einfach kein echtes Engagement; so baut man keine wirkliche Beziehung auf.“

Nachdem also die Entscheidung gefallen war, nicht in den Ruhestand zu gehen, kam gleichsam der Gedanke auf, dass es wenig Sinn ergibt, nur in Nordamerika zu touren. Irgendwann ist das dortige Publikum überstrapaziert und der Markt ausgelaugt. Unterdessen haben die Fans in anderen Ländern der Welt stets das Nachsehen. Also: „Wir versuchen, uns auf den Rest der Welt zu konzentrieren – und zwar konsequent. Und das wird interessant, denn eine Zeit lang lässt sich damit kein Geld verdienen.“

Das liegt nicht zuletzt daran, dass die europäische Fan-Gemeinde bei Weitem nicht so groß ist wie die in den USA. Die gemeinsame Tournee mit Alter Bridge Anfang des Jahres hat innerhalb der Band ein Umdenken bewirkt und zudem neue Fans eingebracht. „Wir brauchten einen Anstoß, um die Sache voranzubringen – und die Tour war genau das, was uns dabei geholfen hat. Alter Bridge haben uns gerettet, indem sie uns diese Möglichkeit eröffnet haben.“

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Rückblickend war die Konzertreise für Rose „die Tour, bei der ich so viel Spaß hatte wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich fühlte mich wieder wie ein Kind – es war wirklich wild.“ Allein dieses Gefühl sei das finanzielle Risiko für ihn Wert, als Headliner nach Europa zurückzukehren.

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Quelle: METAL HAMMER.de