Politiker kritisiert „höchst umstrittene Buchung“ von Marilyn Manson

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit: Nachdem aus dem Slipknot-Fan-Lager bereits Stimmen des Boykotts laut wurden, gibt es nun erste Forderungen von politischer Seite. Grund dafür: Ende September haben Corey Taylor und Co. ihre „(sic)est Stadium Tour“ angekündigt. Neben Bands wie Hatebreed, Lamb Of God, Lorna Shore und weiteren soll bei einigen Terminen – unter anderem am 3. Juli im Londoner Wembley Stadion – auch Marilyn Manson als Special Guest dabei sein.

Kontrovers

Dass die Wahl äußerst gewagt ist, zeigten bereits die ersten Reaktionen im Netz. Anfeindungen und Konzertboykotts sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Aufgrund der Gewalt- und Missbrauchsvorwürfe Manson gegenüber sehen viele Slipknot-Fans die anstehenden Konzerttermine mehr als kritisch. Andere scheinen nicht sonderlich überrascht, hat sich Corey Taylor doch erst (erneut) mit Ronnie Radke und Falling In Reverse zusammengetan.

Doch nicht nur von Seiten der Fans gibt es Gegenwind. Nun schaltet sich auch Anton Georgiou ein – seines Zeichens Stadtrat und Vorsitzender der Liberaldemokratischen Fraktion im Brent Council. Dieser veröffentlichte jüngst ein Video in den Sozialen Netzwerken, das ihn vor dem Wembley Stadium zeigt. Darin kritisiert er scharf, dass der Veranstaltungsort Marilyn Manson einen Auftritt ermöglicht – trotz der Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens, die in den vergangenen Jahren gegen ihn erhoben wurden.

Diese Haltung erinnert an ähnliche Ereignisse von 2025, als Proteste zur Absage eines Konzerts von Manson im englischen Brighton führten. Damals unterstützten ebenfalls gleich zwei Politikerinnen die Forderung, den Auftritt zu streichen.

Falsche Signale?

„Ich war schockiert, als ich erfuhr, dass Marilyn Manson hier im Wembley-Stadion auftreten soll, angesichts der gegen ihn erhobenen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs. Das steht im krassen Widerspruch zu den laufenden Bemühungen des Bezirksrats, Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu bekämpfen, und ich bin sehr enttäuscht, dass der Bezirk Brent zu dieser höchst umstrittenen Buchung keine öffentliche Stellungnahme abgegeben hat“, sagt Georgiou in dem Video.

Weiterhin fordert er, die Buchung zu überprüfen und den Entscheidungsprozess offenzulegen. „Die Vorwürfe gegen Marilyn Manson sind schwerwiegend. Auch wenn er ein Fehlverhalten bestreitet, muss das Wembley Stadion darlegen, welche Überlegungen im Vorfeld der Buchungsbestätigung angestellt wurden. Zudem muss das Stadion bedenken, welches Signal dies an Überlebende von Missbrauch sendet.“ Georgiou betont, bei der Angelegenheit gehe es „nicht um Zensur“, sondern um Rechenschaftspflicht.

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Instagram

Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Laut MyLondon reagierte ein Sprecher des Bezirksrats von Brent auf Georgious Behauptungen und erklärte, dass der Veranstaltungsort und die Organisatoren für die Künstler verantwortlich seien und der Bezirksrat von Brent keinen Einfluss auf die Buchung der Künstler habe. Zudem „schmälert dies keineswegs unser Engagement im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.“

—
Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

Tony Iommi über das Leben nach Black Sabbath, sein neues Album FROM THE DARK und sein Soloschaffen: Lest die große Titelgeschichte in der aktuellen METAL HAMMER-Ausgabe 11/2026! Jetzt am Kiosk, in unserem Online-Shop und günstig im Abo.



Quelle: METAL HAMMER.de