„Wir wollen alle Etiketten sprengen.“

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Am 7. Oktober 2007 deklarierte My Chemical Romance-Frontmann Gerard Way im Palacio de los Deportes in Mexico City vor einem Meer schreiender Fans: „The Black Parade is dead!“ Mit diesem einen von 133 Konzerten der „The Black Parade“-Welttournee trug das Quintett nicht nur ihr bis dato erfolgreichstes Album vermeintlich für immer zu Grabe, sondern auch die Band selbst … fast. Ähnlich, wie es David Bowie schon 1973 mit seinem Alter Ego Ziggy Stardust getan hatte, entledigten sich My Chemical Romance der Rolle, die sie das Jahr zuvor über gespielt hatten – die der Black Parade. Später gab Way zu Protokoll, dass er nie geplant hatte, My Chemical Romance über diese Platte hinaus weiterzuführen. Sie sollte ihr Opus magnum werden.
Ziggys Erbe
THREE CHEERS FOR SWEET REVENGE (2004) hatte My Chemical Romance schlagartig zum Aushängeschild der unbeliebten Emo-Bewegung gemacht – eine Genre-Bezeichnung, die sie selbst vehement ablehnten. Die Konzerte wurden größer, die Erwartungen höher, und die Kritik schärfer. Die Band um Sänger Gerard Way fand sich 2006 mit der Mammutaufgabe betraut, das eigene Durchbruchsalbum zu übertreffen, von dem zu jenem Zeitpunkt allein in den USA schon 1,4 Millionen Exemplare verkauft worden waren.
„Wir wollten mit unserer Musik Grenzen überschreiten und alle Etiketten sprengen“, meinte der Frontmann damals. In ihrem Ehrgeiz strebten sie nach den größten Konzeptalben der Rock-Musik: Pink Floyds THE WALL (1979), Queens A NIGHT AT THE OPERA (1975), SGT. PEPPER’S LONELY HEARTS CLUB BAND (1967) von The Beatles und THE RISE AND FALL OF ZIGGY STARDUST AND THE SPIDERS FROM MARS (1972) aus der Feder David Bowies. Letzteres inspirierte auch den Arbeitstitel „The Rise And Fall Of My Chemical Romance“. Eine bloße Fortsetzung von THREE CHEERS FOR SWEET REVENGE wäre nicht gut genug gewesen. Way empfand es als „redundant“, einfach ein weiteres Rock-Album zu produzieren.
Das Genre war zwischen herrlich weinerlichem Kuschelrock (Nickelback, 3 Doors Down) und allzu poppigem Punk (All Time Low, Boys Like Girls) festgefahren. Er erklärte: „Alle erwarteten, dass wir einfach irgendein neues Punk-, Post Hardcore- oder Rock-Album ver-öffentlichen würden. Unsere Antwort darauf war, dass wir ihnen das eine Rock-Album geben würden!“ Anstatt sich dem Druck ihres Ruhms zu fügen und den Vorgaben eines Genres zu folgen, von dem sie kein Teil sein wollten, begehrten My Chemical Romance Zeitlosigkeit und Opposition.
Die schwarze Parade
„Wie Goth eine Gegenbewegung zum Punk war, war es der Sinn der Band, sich gegen das zu stellen, was gerade passierte“, meinte Way in Bezug auf die Emo-Kultur. Sie wollten eine Geschichte erzählen, die über Leben und Tod hinausgeht und erschufen THE BLACK PARADE. Das Album begleitet den todkranken Patienten („The Patient“) auf seiner letzten Reise. „Ich glaube, dass der Tod einen holt, wie man es möchte“, erläuterte der Frontmann in einer Pressekonferenz 2006. „In diesem Fall erinnert sich der Patient daran, wie sein Vater ihn als Kind zu einer Parade mitgenommen hat, weswegen der Tod in Form einer schwarzen Parade kommt.“
Welche Geister während der kreativen Phase um die Musiker spukten, wozu der selbst auferlegte Druck führte und warum My Chemical Romance für THE BLACK PARADE zu einer ganz anderen Band werden mussten, lest ihr in der METAL HAMMER-Novemberausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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Quelle: METAL HAMMER.de
















