Behemoth: Nergal sind Hater egal
In einem aktuellen Interview mit dem finnischen Radiosender Radio Rock sprachen Dimmu Borgir-Gitarrist Sven „Silenoz“ Kopperud und Behemoth-Sänger Adam „Nergal“ Darski über den Wachstum ihrer Bands und die Frage, ob sie je den Druck verspürt hätten, sich anzupassen, um diesen voranzutreiben.
Nichts für die Massen
„Noch nie“, sagte Silenoz.„Und ich denke auch, dass das gut ist, dass es ein bisschen gedauert hat und wir kleine Schritte gegangen sind, auch wenn man zu Künstlern aufschaut, die über Nacht bekannt werden aus welchem Grund auch immer. Diese Musik ist ohnehin nicht für die Massen geeignet. Metal generell ist das nicht. Schau dir Iron Maiden und Judas Priest und all die großen an, nicht einmal die werden im Mainstream-Radio gespielt. Also denke ich, dass es gut so ist, wie es ist. Mit der Art der Musik, die wir machen, und mit Metal im Allgemeinen.“
„Alles was ich dazu sage, ist, schaut euch einfach mal Behemoths letzten Albumtitel an [THE SHIT OV GOD].“, fügte Nergal hinzu. „Damit ist alles gesagt. Das ist, wie kompromisslos ich immer schon gewesen bin und wie wenig ich mich darum kümmere, was andere Menschen von dem denken, das ich tue. Ich habe diesen Titel gewählt, weil ich wusste, dass es keinen größeren Mittelfinger gibt. Und ich wusste, dass man so ins Gespräch kommt. Da wusste ich, okay, das ist es. So kompromisslos kann ich sein. Es ist egal, ob Menschen es mögen oder nicht oder denken, dass es dumm ist oder dies oder jenes. Ich weiß, was es ist. Und ich stehe dahinter. Punkt.“
In Bezug auf Hass im Internet sagte Nergal: „Jemand viel weiseres als ich hat einmal gesagt: ‚Wenn ich jedem Hund, der mich anbellt, Aufmerksamkeit schenken würde, würde ich es nie nach Hause schaffen.‘ Das fasst gut zusammen, was ich darüber denke. Plus, der andere noch schlauere Typ – ich glaube es war einer dieser Poeten – hat gesagt, es zeugt von Ehrlichkeit, wenn man sehr polarisierende Meinungen zu seinem Gesamtwerk, seinem Gesamtkunstwerk oder einer Kreation anzieht.“
Mutig im Internet, feige im echten Leben
„Man kann kein Album oder Gemälde machen und erwarten, dass es jeder lieben wird“, fuhr er fort. „Natürlich ist es cool, wenn viele Menschen mögen, was ich tue. Ich will ja auch auf Tournee gehen und nicht vor leeren Hallen spielen. Und gemäß der Tickets, die wir verkauft haben, denke ich, dass wir beide etwas richtig machen müssen. Immer, wenn jemand sagt, dass es so viel Kritik und Has gibt, und wenn ich gefragt werde: ‚Okay, also wie viel von dem Hass begegnest du in deinem Alltag?‘, kann ich sagen: keinem bisschen. Die Leute sind nur hinter ihren Tastaturen mutig. Sie würden niemals zu dir kommen und sagen ‚Du verdammter Sellout‘ oder ‚Du Memme‘. Das machen sie nie. Also, wenn du nicht die Eier hast, zu mir zu kommen und mir diese Sachen ins Gesicht zu sagen, kannst du dich eigentlich direkt verpissen.“
Aktuell befinden sich die Norweger Dimmu Borgir und die polnische Band Behemoth auf gemeinsamer Co-Headliner-Tournee durch Europa. Zuletzt kam die „In League With Satan“- Tournee auch nach Deutschland. Aktuell sind die Bands in Schweden, von wo aus sie nach Dänemark reisen und an Halloween in Norwegen spielen werden. Nach einer Pause geht es Anfang Dezember weiter in Mexiko.
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Quelle: METAL HAMMER.de
















