Insomnium: Keine kommerziellen Hintergedanken

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Vor mehr als drei Jahrzehnten veröffentlichten Amorphis ihr Zweitwerk TALES FROM THE THOUSAND LAKES und definierten damit den Blick auf ihr finnisches Heimatland sowie dessen Natur- und Lebenswelten neu. Assoziationen wie diese sowie einige Ohrwürmer verwandter Bands tun sich auf, wenn man von Helsinki in Richtung Nordosten durch das Saimaa-Gebiet fährt, wo sich unzählige miteinander verbundene Gewässer zum größten See des Landes vereinen.
Bezaubernde Landschaft
Im Herzen der im Spätsommer besonders bezaubernden Landschaft liegt die „Saimaa-Hauptstadt“ Savonlinna, in der sich Ende August 2026 ein einzigartiges Schauspiel ereignet: In Olavinlinna, der besterhaltenen Mittelalterburg in Nordeuropa, treten Amorphis und Insomnium vor etwa 2.100 Fans auf – zwei Gruppen, für deren Musik der finnische Geist eine besonders prägende Rolle spielt. Insomnium stellen an diesem Abend bereits erste Vorboten ihres neuen Albums vor, das nach dem Vorgänger ANNO 1696 (2023) eine Rückkehr zur traditionellen Machart darstellt. Den Anstoß dazu gab auch der Umstand, dass es sich um das zehnte Album der Gruppe handelt: „Unterbewusst hat uns das wohl beeinflusst. Wir blicken mittlerweile auf eine recht lange Karriere, in der das eine Art Meilenstein darstellt“, überlegt Gitarrist Markus Vanhala.
„Uns inspirierte aber auch unsere Jubiläumstournee zu SHADOWS OF THE DYING SUN. Danach entschieden wir, für das nächste Album das Beste aus unserem Schaffen aufzugreifen – etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes … Etwas Blaues fehlt vielleicht. Wobei, auf dem Album hört man Slide-Gitarre, etwas Blues steckt also auch drin.“ Growler Niilo Sevänen resümiert: „Wir wollten zurück zu unseren Wurzeln gehen und das machen, was wir am besten können, statt zu versuchen, das Rad neu zu erfinden.“
Finnische Freu(n)de
Für Insomniums Schaffen spielt die vielzitierte „finnische Melancholie“ eine wichtige Rolle. Fragt man sie nach der Essenz oder Machart dieses ihrer Musik innewohnenden Gefühls, stößt man auf den interessanten Umstand, dass die Künstler selbst das Ganze als gar nicht so besonders wahrnehmen. „Ein chinesisches Restaurant ist in China ein ganz normales Restaurant. Wir sind Finnen, die Mentalität und dieser Lebensstil fühlen sich für uns natürlich an“, lacht Vanhala, und betont, selbst finnische Weihnachts- und Folk-Lieder klängen nicht froh.
„Finnische Musik ist oft in Moll gehalten, vielleicht liegt es daran. Dabei halten wir das neue Album für deutlich fröhlicher als das vorherige. Wir sehen es als hoffnungsvoll an, doch auf Menschen außerhalb von Finnland wirken unsere Melodien wohl nicht allzu fröhlich.“ Die an diesem Tag spürbare Verbindung der beiden von Gefühl wie Härte getriebenen Bands manifestiert sich im Stück ‘The Hour Grows Late’. Darin bringen sich drei Amorphis-Mitglieder wunderbar wie stimmig ein.
Psychedelische Keyboard-Soli
„Eigentlich handelt es sich um Santeri Kallio von Cemetery Skyline, Tomi Koivusaari von Abhorrence und Tomi Joutsen von Dead Talks“, schmunzelt der Gitarrist, und erklärt die Genese der Kooperation: „Ich fand, in einer Sektion des Stücks könnte eines von Santeris psychedelischen Keyboard-Soli gut kommen. Parallel hatte unser Produzent Miiro (Varjus – Anm.d.A.) die Idee, beide Tomis könnten gut passen. Diesen Zufall konnten wir nicht ignorieren. Ich war immer Fan von Tomi Koivusaaris Growling, das man seit Mitte der Neunziger nicht gehört hat – bei Amorphis macht er das schließlich nicht. Wir hatten keine kommerziellen Hintergedanken, die gemeinsame Tournee war damals noch nicht gebucht.“
Wie sich Tomy Laisto in die Band eingefügt hat, wie Markus Vanhala mit den Terminkollisionen seiner Bands umgeht und wie Insomnium albtraumhafte Landschaften in ihre NETHERWORLDS-Songs einwoben, lest ihr in der METAL HAMMER-Novemberausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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Quelle: METAL HAMMER.de
















