Mitch Lucker (Suicide Silence): Gedenken am 14. Todestag
Am 1. November 2012 starb Sänger und Frontmann Mitch Lucker im Alter von nur 28 Jahren an den Folgen eines Motorradunfalls. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Suicide Silence längst von einem kalifornischen Nebenprojekt zu einer der bekanntesten Bands der aufkommenden Deathcore-Bewegung entwickelt. Lucker war ihr auffälligstes Gesicht und ihre prägende Stimme. Auch mehr als ein Jahrzehnt später gehört sein Name für viele Fans untrennbar zu der Phase, in der sich das Genre vom Underground-Phänomen zu einer festen Größe im modernen Metal entwickelte.
Vom Hatebreed-Cover zur eigenen Band
Dabei war es zunächst reiner Zufall, dass Mitch Lucker überhaupt Sänger wurde. Er selbst erzählte in einem Interview mit AU, dass sein älterer Bruder damals mit Freunden einen Hatebreed-Song spielte und einen Sänger brauchte. Weil Mitch die Texte kannte, wurde er kurzerhand aus dem Haus geholt.
„Mein Bruder hatte damals mit ein paar Freunden eine Garagen-Band, aber niemand wollte singen. Sie spielten gerade einen Hatebreed-Song, dessen Text ich kannte. Also kam mein Bruder ins Haus und sagte: ‚Hey Mitch, komm raus und sing das.‘ Ich habe es gemacht und anschließend mit meinem älteren Bruder eine Band gegründet. So hat alles angefangen.“
Aus dieser ersten Erfahrung entstanden zunächst Breakaway und später Dying Dreams. Dort traf Lucker bereits auf mehrere Musiker, mit denen er später bei Suicide Silence zusammenspielen sollte. Als Suicide Silence zunächst als Nebenprojekt gegründet wurden, stieß er zur Band und wurde nach dem Ausstieg von Tanner Womack alleiniger Frontmann. Eine Entscheidung, die den weiteren Weg der Gruppe maßgeblich bestimmen sollte.
Der Aufstieg von Suicide Silence
Mit Mitch Lucker am Mikrofon entwickelten sich Suicide Silence innerhalb weniger Jahre zu einer der wichtigsten Bands der amerikanischen extremen Metal-Szene. Auf die frühe EP folgte 2007 das Debüt THE CLEANSING, ehe NO TIME TO BLEED 2009 den Bekanntheitsgrad der Band weiter steigerte. Den vorläufigen Höhepunkt markierte schließlich THE BLACK CROWN, das 2011 erschien und zugleich das letzte Studioalbum mit Lucker werden sollte.
Für Lucker war klar, wie er Suicide Silence verstanden wissen wollte. Mit der häufig verwendeten Schublade „Deathcore“ konnte er wenig anfangen. „Ich möchte einfach als Heavy Metal-Band wahrgenommen werden. Metal war immer da und wird immer da sein. Wir spielen einfach eine schwerere Version davon“, positionierte er sich.
Zwischen Tournee und Familienleben
So kompromisslos Lucker auf der Bühne wirkte, so offen sprach er über seine Rolle als Vater. Mit seiner Frau Jolie bekam er eine Tochter, Kennadee. Dass das Tourneeleben dabei zu einer ständigen Belastungsprobe wurde, verschwieg er nie. „Ich mache das für meine Familie und für meine Tochter. So lange von zu Hause weg zu sein, ist das Schwierigste überhaupt.“ Gleichzeitig machte er deutlich, warum er trotz aller Strapazen nicht an ein normales Leben dachte. „Ich könnte auch einen normalen Job machen. Aber dann wäre ich wie alle anderen. Eine kreative Begabung zu haben und Menschen damit zu erreichen, ist etwas Besonderes.“ Trotz wachsender Bekanntheit sprach Lucker häufig über harte Arbeit, endlose Tourneezyklen und die Dankbarkeit dafür, überhaupt von Musik leben zu können.
Der tragische Verlust im Jahr 2012
Am 31. Oktober 2012 verunglückte Mitch Lucker mit seinem Motorrad in Huntington Beach schwer. Einen Tag später, am 1. November, wurde er im Alter von 28 Jahren für tot erklärt.
Noch am Abend seines Todes versammelten sich Familie, Freunde und Fans zu einer Mahnwache am Unfallort. Einen Monat später veranstalteten seine Band-Kollegen die Gedenk-Show ‘Ending Is The Beginning’. Die Erlöse kamen seiner Tochter zugute. Zusätzlich wurde der Kenadee Lucker Education Fund ins Leben gerufen, um ihre Ausbildung zu unterstützen.
Auch Jahre nach seinem Tod bleibt Mitch Luckers Name untrennbar mit dem Aufstieg von Suicide Silence verbunden. Nicht nur wegen der Alben, die er hinterließ, sondern weil er für viele Fans bis heute das Gesicht einer Szene ist, die sich ohne ihn wahrscheinlich anders entwickelt hätte.
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Quelle: METAL HAMMER.de
















