„Alles sollte stimmen. Egal, wie lange es dauert.“
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„Mutt“-thematische Präzision
Die Antwort gestaltet sich gewiss nicht einsilbig. Vielmehr sind akribische Vorbereitung und die ganz große Vision die richtigen Stichworte. „Als wir damals unser erstes und zweites Album in Angriff nahmen, sind Ryan und ich nach einer Strategie vorgegangen, die wir die ‚Mutt-anations‘ nannten. Also unser Studium des Werks und Wirkens von ‚Mutt‘ Lange“, holt Joel aus, und erklärt im Folgenden, wie genau Airbournes analytischer Ansatz in Bezug auf die Arbeiten des Durchbruchsproduzenten von AC/DC und Def Leppard und damit dem Co-Schöpfer von unumstößlichen Rock-Meilensteinen wie HIGHWAY TO HELL, PYROMANIA, BACK IN BLACK oder HYSTERIA ausgesehen hat.
„Wir nahmen uns einen Song wie zum Beispiel ‘Givin The Dog A Bone’ (von BACK IN BLACK – Anm.d.A.) und haben genau geschaut, was für ein Lead-Gitarren-Part den zweiten Teil des Refrains begleitet. Da-raufhin haben wir weiter recherchiert, ob Lange das auch bei einem bestimmten Def Leppard-Song genauso gemacht hat. Und das hat er! Im Anschluss haben wir immer tiefer gegraben und geguckt, welche Details in den Songs von Shania Twain, The Corrs und The Cars stecken und sich womöglich bei anderen von ihm produzierten Acts wiederholen. Wir haben das alles auf die Sekunde genau notiert und sogar Diagramme im A3-Format dazu angefertigt“, so Joel nicht ohne Fleißes Stolz.
Alle Zeit der Welt
„Das Resultat war verblüffend: Es gibt tatsächlich bestimmte Momente in einem Def Leppard-Song, die in ganz ähnlicher Form auch auf einem Track von HIGHWAY TO HELL zu finden sind und so weiter. Diese Verbindungslinien haben wir aufgespürt. Wir lieben nämlich nicht nur die Bands und Alben, mit denen wir aufgewachsen sind, sondern auch die Produzenten, die sie gemacht haben. Ohne ‚Mutt‘ Lange gäbe es kein BACK IN BLACK. Ohne ihn wären Def Leppard nicht zu der Band geworden, die sie sind.“ Weise wie wahre Worte. Und da die Erkenntnisse, die Airbourne einst mit ihrer „Mutt“-Methodik gewonnen haben, so fruchtbar waren, stürzte sich die Band im direkten Anschluss mit demselben analytischen Feuereifer auf ihren zweitplatzierten Lieblingsproduzenten und Forschungsgegenstand: Bob Rock, den klanglichen Schöpfer von Meisterwerken wie unter anderem The Cults SONIC TEMPLE, Mötley Crües DR. FEELGOOD oder Metallicas großem Schwarzen.
„Wir wollten damals schon mit diesen Leuten arbeiten, aber da war unsere Band eben noch viel zu klein. Also haben wir versucht, uns einfach deren Arbeitsmethoden abzugucken und davon zu bedienen“, resümiert Joel, und schlägt schließlich die Brücke zur neuen Scheibe AIRBOURNE: „Für unser aktuelles Album haben wir uns im Vorfeld gesagt: Lasst uns alle Zeit der Welt nehmen und nicht auf die Uhr schauen. Lasst uns zu den großen Rock-Produktionen zurückgehen, die wir so lieben und mit denen wir groß geworden sind. AC/DCs THE RAZORS EDGE. Warrants CHERRY PIE. Alben, die man von vorne bis hinten ohne einen Ausfall durchhören kann.
„Alles sollte stimmen. Egal, wie lange es dauert.“
Uns war klar, dass das viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Die Songs mussten alle eine hundertprozentige Berechtigung haben. In unserer Vorstellung haben wir jedes unserer bisherigen Lieder ausgeblendet und den Ansatz verfolgt, dass man die neue Platte von vorne bis hinten auch als Liveset durchspielen können muss. Ähnlich, wie wir es damals mit RUNNIN’ WILD gehandhabt hatten, dessen Tracks lange Zeit das Gros unseres Bühnenprogramms bestimmt haben. Alles sollte stimmen. Egal, wie lange es dauert.“
Was Joel und Ryan O’Keeffe beim Interview in London über das neue Album AIRBOURNE, Tom Cruise, Christopher Nolan und den Kölner Dom zu berichten hatten, lest ihr in der METAL HAMMER-Septemberausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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Quelle: METAL HAMMER.de
















