„Mit 50 Mitwirkenden hatte ich nicht gerechnet.“

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METAL HAMMER: Wolf, du bist 1976 bei Accept eingestiegen. Wie kam es zur Idee für TEUTONIC TITANS?
Wolf Hoffmann: Das ist über einige Zeit entstanden. Angefangen hat alles damit, dass wir in den letzten Jahren oft Gastmusiker auf der Bühne hatten. Joel Hoekstra spielte eine Weile bei uns Gitarre; Jason McMaster kam für zwei, drei Shows auf die Bühne, als Mark Tornillo krank war. Ich stellte immer wieder fest, wie schön und inspirierend es ist, wenn andere Leute unsere Songs spielen. Und ich wusste: Diese 50 Jahre bei Accept kommen, vielleicht sollte man etwas Besonderes dazu machen – ein Jubiläumsalbum mit möglichst vielen Gästen, die mit uns zusammen alte Songs interpretieren. Der andere Gedanke war, dass mir teils sehr berühmte Musiker oft erzählen, wie sehr Accept sie beeinflusst hat, speziell die Alben aus den Achtzigern.
Es haut mich immer wieder um, wer alles dazugehört. Zum Beispiel Kirk Hammett, den ich vor einigen Jahren kennenlernte. Er erzählte mir, früher hätten sie BREAKER und RESTLESS AND WILD rauf und runter gehört. Lars Ulrich sagte, er erinnere sich an jeden Song unseres Debüts – ein Album, das kein Mensch mehr auf dem Schirm hat. Das inspirierte mich dazu, Musiker zu fragen, ob sie mit uns alte Songs neu einspielen wollen. Wir wussten am Anfang nicht genau, wie groß diese Aktion werden würde. Mit 50 Mitwirkenden und so vielen Songs hatte ich nicht gerechnet, das ergab sich im Prozess.
Obskures
MH: Über die Beteiligten sprechen wir noch. Es wird oft kolportiert, der Anlass für das Werk sei 50 Jahre Accept. Das ist aber eigentlich nicht richtig, oder?
WH: Für mich ist es richtig. Ich bin seit 50 Jahren dabei, und es gibt uns seit 50 Jahren in dem Sinne. Ich wurde im Lauf der Jahre immer wieder gefragt: Warum feiert ihr nicht das 40. Jubiläum von Album XY oder Ähnliches? Ich habe das immer vermieden, weil mir neue Studioalben wichtiger erschienen. So eine Jubiläumstournee plant man manchmal, wenn einem nichts anderes einfällt. In diesem Fall dachte ich: Okay, wir machen das jetzt einmal, aber richtig, und groß angelegt.
MH: Nach welchen Gesichtspunkten hast du die 19 Songs ausgewählt?
WH: Zusammen mit unserem Produzenten. Andy Sneap, der sonst unsere Alben produziert, brauchte eine Pause. Das kann ich nachvollziehen, er ist mit Judas Priest ständig unterwegs und hat in den letzten Jahren viel produziert. Er empfahl mir seinen Kollegen Zeuss (Christopher Harris – Anm.d.A.). Mit dem setzte ich mich zusammen und beratschlagte, welche Songs wir nehmen. Er hat sich den ganzen Katalog angehört und eine Liste zusammengestellt. Ein paar Songs mussten wir auf jeden Fall machen: ‘Balls To The Wall’, ‘Metal Heart’ und ‘Fast As A Shark’ – all die Klassiker, die wir live spielen. Dazu kam Obskures: Zum Beispiel erzählte mir Ghost-Sänger Tobias Forge vor zwei Jahren nach unserer Show in Stockholm, dass sein erstes Konzert als Kind oder Jugendlicher von Accept war, vielleicht auch sein erstes Album.
Unerwartet
Sein Lieblingslied von uns ist ‘Save Us’. Den Song hatte ich überhaupt nicht mehr auf dem Schirm, wir haben ihn nie live gespielt. Mit solch einem Deepcut hatte ich nicht gerechnet, doch er feiert das Lied ab und hätte sogar beinahe mal ein Cover davon aufgenommen. So kam es zu diesem Song, den ich im Leben nicht ausgewählt hätte. Jetzt, da er ihn auf seine Weise interpretiert hat, ergibt es total Sinn – wie er ihn singt, hört es sich fast wie ein Song von Ghost an. Dass jemand ein derart unerwartetes Stück wählt, fand ich besonders spannend.
MH: Hast du einen persönlichen Lieblings-Song, der dir beim Hören oder Live-Spielen besonders viel Spaß macht?
WH: Es gibt viele Songs, die für Gitarristen toll sind. Zum Beispiel ‘Love Child’, das spiele ich gerne, weil es interessante Parts und Soli enthält. Im Grunde genommen sind natürlich alle meine Kinder.
Welcher Song laut Wolf der wichtigste von Accept ist, nach welchen Kriterien die Gäste ausgewählt wurden und was er in den letzten fünf Dekaden über sich selbst gelernt hat, lest ihr in der METAL HAMMER-Septemberausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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Quelle: METAL HAMMER.de
















