Die zehn längsten Epen der britischen Heavy-Metaller
Bis zur Veröffentlichung von THE BOOK OF SOULS behauptete sich POWERSLAVE lange Zeit als das Studioalbum mit dem längsten Iron Maiden-Stück überhaupt. Und SENJUTSU schiebt sich mit gleich drei Songs in diese Aufstellung der ausgedehntesten Stücke, die auf Maidens regulären Studioalben zu finden sind. Die angegebenen Spielzeiten sind wie die in Klammern folgenden Komponisten der offiziellen Band-Homepage entnommen.

‘Empire Of The Clouds’ (THE BOOK OF SOULS, 2015) 18:01 Minuten (Dickinson)
Dieser komplett von Bruce Dickinson allein geschriebene Song handelt vom R101 Luftschiff, das auf seinem Jungfernflug am 5.10.1930 abstürzte. Der Iron Maiden-Sänger ist hierin erstmals am Klavier beziehungsweise Keyboard zu hören. ‘Empire Of The Clouds’ wurde am 16.4.2016 im Rahmen des Record Store Day als Single veröffentlicht, und auf dem Cover ist die Titelseite der Daily Mirror vom 6.10.1930 zu sehen.

‘Rime Of The Ancient Mariner’ (POWERSLAVE, 1984) 13:45 Minuten (Harris)
‘The Rime of the Ancient Mariner’ (Die Ballade vom alten Seemann) wurde 1798 vom britischen Dichter Samuel Taylor Coleridge verfasst und diente bereits zahlreichen Künstlern als Inspiration.
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Schwere Aufgaben für Bruce Dickinson

‘The Red And The Black’ (THE BOOK OF SOULS, 2015) 13:33 Minuten (Harris)
In diesem Harris-Stück gibt es einige zungenbrecherische Text-Passagen, wie der Bassist gegenüber Classic Rock lachend aussagte. „Ich habe schon öfter solche Lyrics verfasst, und Bruce dreht jedes Mal durch. ,Das kann ich verdammt noch mal nicht singen!‘ Aber ich bin kein Sänger, also achte ich auch nicht darauf, ob das, was ich schreibe, gesanglich schwierig umzusetzen ist. Aber Bruce ist ein derart guter Sänger, dass er es immer hinbekommt.“

‘The Parchment’ (SENJUTSU, 2021) 12:39 Minuten (Harris)
Nach einem tief gestimmten, abwartenden Beginn schicken uns Iron Maiden in die Wüste: Mit orientalisch angehauchten Gitarrenmotiven und einer beschwörerischen Gesangsmelodie schreitet der Song langsam, mystisch und orchestral voran. Das erinnert an ‘The Nomad’ – allerdings ohne einen großen Refrain, an dessen Stelle ein nicht enden wollender, schwerlich von der Stelle kommender Instrumentalteil steht. Ein harter Brocken, zumal die Band erst zum Finale hin aufdreht. Darauf zu warten lohnt sich aber, auch wegen eines starken Auftritts von Dickinson!
‘Hell On Earth’ (SENJUTSU, 2021) 11:19 Minuten (Harris)
Erneut beginnt es ruhig, mit bedrohlich-düsterem Unterton in den zarten Gitarrenklängen. Verzerrte Gitarren tragen nach wenigen Minuten regelrecht Hoffnungsschimmer mit sich und stellen ausführlich das Leitmotiv vor; Erinnerungen an ‘Dance Of Death’, ‘Blood Brothers’, ‘Out Of The Silent Planet’ und ‘When The Wild Wind Blows’ werden wachgekitzelt. Während der Galopp voran(sch)reitet und Gitarren gegen Orchestrierung ansägen, prägen doppelstimmiger Gesang und eine erhabene Melodie das Bild; beim hereinplatzenden, regelrecht tänzelnden Refrain möchte man die Arme in die Luft reißen – er versprüht so viel Energie wie nur wenige Parts auf SENJUTSU! Rund um den kanonartigen C-Teil ruft Bruce Dickinson die vielleicht stärkste Gesangsleistung des Albums ab; das dynamische Auf und Ab des Songs packt wunderbar, trägt ihn locker über die Spielzeit und entlässt mit einem Lächeln aus einem fordernden Album.

‘Sign Of The Cross’ (THE X FACTOR, 1995) 11:18 Minuten (Harris)
Eingeleitet von einem gregorianischen Choral des The Xpression Choir gibt es viele Spekulationen über die inspirativen Hintergründe des längsten Songs von THE X FACTOR. ‘Der Name der Rose’ von Umberto Eco wird als wichtigste Basis genannt, und die Zeile „A fire in the sky“ ist bei ‘Smoke On The Water’ von Deep Purple entlehnt.

‘When The Wild Wind Blows’ (THE FINAL FRONTIER, 2010) 10:59 Minuten (Harris)
Frei nach der Grafiknovelle von Raymond Briggs, im Angesicht der postnuklearen Apokalypse. „Der Rhythmus unterscheidet sich etwas von allem, was wir zuvor gemacht haben“, so Dave Murray gegenüber Billboard Magazine. „Es ist ein großer Song. Wir haben ihn abschnittweise eingeübt, weil er ein extrem komplexes Arrangement hat.“
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Der kulturbeflissene Steve Harris
‘The Book Of Souls’ (THE BOOK OF SOULS, 2015) 10:27 Minuten (Gers, Harris)
Nicht nur der Titel-Track des 2015er-Albums beschäftigt sich mit der Maya-Kultur. „Genauso wie ich mich zu Zeiten von POWERSLAVE mit dem antiken Ägypten beschäftigt hatte, war ich nun von der südamerikanischen Maya-Kultur angetan“, so Harris. „Die Maya glaubten an eine Unterwelt und hatten Angst davor, ihre Seelen zu verlieren. Dieses mystische Element war der Schlüssel zu diesem Song.“

‘Death Of The Celts’ (SENJUTSU, 2021) 10:20 Minuten (Harris)
Der Vergleich mit ‘The Clansman’ drängt sich ebenso auf wie der zu weiteren Epen der vergangenen zehn Jahre, seien es ‘Paschendale’ oder ‘For The Greater Good Of God’. Erneut dient ein ruhiger Beginn mit Orchesterbegleitung dazu, Haupt-Riff und -Melodie ausführlich vorzustellen, bevor weitere Instrumente ihren Weg in den Song finden. Dieser steigert sich immer aggressiver werdend, vorangetrieben durch eine motivierende Gesangsmelodie, einen teils schunkelnden, teils stampfenden Rhythmus und heavy Gitarren, und gipfelt in einem tragisch-kriegerischen Refrain. Ziemlich genau in der Mitte kommt es zum Bruch, und Iron Maiden blasen zum Angriff. Keltisch-folkig angehauchte Melodien veredeln das ausufernde Solo, das sich ins Orchestrale steigert, bevor man – typisch Harris-Komposition – wieder zum Song-Beginn zurückfindet.

‘Seventh Son Of A Seventh Son’ (SEVENTH SON OF A SEVENTH SON, 1988) 9:52 Minuten (Harris)
Im Titel-Song des 1988er-Meisterwerks wird die Geburt der Hauptfigur beschrieben und seine künftige Bestimmung angedeutet. Deutlich wird erneut der Einfluss guter und böser Kräfte die versuchen, den Siebten Sohn für ihre Zwecke zu manipulieren.
Die überlange Iron Maiden-Playlist:
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Weitere Highlights
Quelle: METAL HAMMER.de















