„Jeder versucht, seinen eigenen Sound zu finden.“

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METAL HAMMER: Holger, die wichtigste Frage gleich zu Beginn: Worin unterscheiden sich gute von sehr guten Instrumenten?

Holger Stonjek: Im Wesentlichen durch die verbauten Komponenten, also ausgesuchte und getrocknete Hölzer, hochwertige Hardware, ­Mechaniken, Pickups, die Elektronik. Erstklassige Firmen geben sich sehr viel Mühe, um auch gute Pickups und Elektroniken zu entwickeln. Diese Hersteller zeichnen sich dadurch aus, dass sie fortwährend experimentieren, um möglichst viele Dinge noch besser lösen zu können. Und natürlich durch ihre Liebe zum Detail, etwa bei den Übergängen vom Hals zur Kopfplatte zum Korpus.

MH: Welche sind dabei die entscheidenden Komponenten für den Sound?

HS: Für das Klangbild sind das Holz, die Holzkonstruktion und speziell der Hals sehr wichtig. Hier entscheidet sich der zeit­liche Verlauf von Obertönen, von Sustain und Attack. Die Frage lautet: Hat das Instrument mehr Attack oder mehr Sustain? Das Holz ist wichtig für den Klang, die Tonabnehmer und die Elektronik sind mehr für die Frequenzen zuständig.

MH: Wenn hochwertiges Holz das wichtigste Kriterium ist, warum existieren dann so viele Instrumente mit ganz unterschiedlichen Hölzern?

HS: Weil es verschiedene Klangvorstellungen gibt. Manche Musiker bevorzugen ein sehr schnelles Attack und ein langes Sustain. Im Metal werden eher Bässe mit sehr harten Hölzern verwendet, für schnelles Attack, schnelle Plektrum-Töne, Sechzehntel unten auf der tiefen H-Seite und so weiter. Im Funk dagegen werden oft mittelharte bis leichtere Hölzer verwendet, um ein ausgeprägteres Attack zu bekommen.

MH: Das bedeutet: Ein exzellenter Metal-Bass muss nicht unbedingt ein sehr guter Jazz-, Funk- oder Soul-Bass sein?

HS: Ganz genau. Letztendlich ist es immer eine persönliche Entscheidung. Man kann eben nicht sagen, dass alle Metal-Bassisten einen Esche-Korpus und ein Ebenholz-Griffbrett bevorzugen. Das wäre ja auch langweilig. Jeder versucht, seinen eigenen Sound zu finden.

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Quelle: METAL HAMMER.de