Kritik zu Draconian IN SOMNOLENT RUIN

Bei den Sänge­rinnen der schwe­dischen Doom Metal-Formation Draconian am Ball zu bleiben, fällt selbst Fans nicht leicht – insbeson­dere, da die 1994 ins Leben gerufene Gruppe stets mit stimmlich herausragen­den Frontfrauen zusammenarbeitet. 2022 kehrte mit Lisa Johansson die Vokalistin der ersten fünf Studiowerke ans Mikrofon zurück und gibt nun auch auf Albumlänge wieder den glockenklaren Kontrapart zu Anders Jacobssons urgewaltig-tiefen Growls. Weitere personelle Veränderun­gen zu UNDER A GODLESS VEIL (2020) stellen Gitarrist Niklas Nord und Schlag­zeu­ger Daniel Johansson dar. Gleich geblieben ist Draconians intensive Mischung aus Doom-, Death- und Gothic Metal, bei der in gerne über­langen Stücken absolute Finsternis und helle Licht­strahlen aufeinanderprallen. Besonders bewegend wirkt das schlep­pende ‘Anima’, in dem der Klargesang von Gitarrist und Key­boarder Johan Ericson die Hauptrolle spielt, während Johansson insbesondere in ‘Cold Heavens’ ihr ganzes Potenzial abruft. Etwas aus dem Rahmen fällt hin­gegen der sphärisch-wummernde Kurz-Track ‘Asteria Beneath The Tranquil Sea’. IN SOMNOLENT RUIN mag auf unemp­find­same Gemüter auf Dauer einschlä­fernd wirken, empfiehlt sich jedoch umso mehr all jenen, die leiden­schaftlich gerne in Traurigkeit und Leid eintauchen – und ein Faible für starke Stimmen jeglicher Natur haben.

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Quelle: METAL HAMMER.de