Kritik zu Ingested DENIGRATION

Seit der Veröffentlichung von THE TIDE OF DEATH AND FRACTURED DREAMS (2024) hat das aus Gitarrist Sean Hynes und Schlag­zeuger Lyn Jeffs bestehende Ingested-Gründerduo zwei weitere Mitstreiter verpflichtet: Gitarrist Andrew Virrueta und Bassist Thomas O’Malley. Eine weise Entscheidung, verleihen die Neuzugänge dem Brutal Death Metal/Deathcore der Briten ein Quäntchen mehr Dynamik. ‘Dragged Apart’ (mit Skyler Conder von Cell) fegt zwischen Blasts und Slams alles weg. ‘Merciless’ (mit Peeling Fleshs ­Damonteal Harris) stampft br00tal, ‘Stitch By Stitch’ zermartert, und ‘Oaths Betrayed’ rifft quietschend in einen monströ­sen Breakdown. Dazwischen nähren melan­cholische (‘We Are All Inherently Evil’) und geheimnisvolle Momente (‘Watch You Fold’ mit Dying Fetus’ John Gallagher) intensive Atmo­sphäre. Apropos „intensiv“: Der Höhe­punkt ‘Steel Toe Truth’ tritt so präzise in die Rosette, dass man nicht anders kann als abzugehen wie Ace Ventura beim ­Cannibal Corpse-Konzert. Wichtig zu wissen: Die ursprüngliche Version von DENIGRATION hatte Josh Davies einge­sungen. Dieser wurde nach den Aufnah­men mit sexuellen Miss­brauchsvorwürfen konfrontiert und gefeuert. Deshalb wechseln die Gitar­-risten Hynes und Virrueta auf der finalen Version des Albums vom Hintergrund- zum Haupt­gesang. Obwohl der rege Austausch von Grunz-, Keif- und Pigsqueal-Lauten sauber funktioniert, sucht die Band bei Redaktions­schluss noch nach einem festen Frontmann, der auch menschlich überzeugen kann.

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Quelle: METAL HAMMER.de