Kritik zu Temple Of Dread DREADSPAWN DOMINION

Sechs Alben in neun Jahren: Zum Glück endet dieser Arbeitseifer nicht in der „Masse statt Klasse“-Falle. Im Gegenteil: Die Nordlichter servieren auf DREADSPAWN DOMINION abermals tödliche Qualität. Von zwei Neuzugängen – Bassist Andi Bauer und Gitarrist Daniel Maurer – unterstützt, reißen Sänger Jens Finger, Schlagzeuger/Produzent Jörg Uken sowie Gitarrist/Gründer Markus Bünnemeyer nach einer akustischen Einleitung Wände ein. Besonders auffällig ist die im Vergleich zu GOD OF THE GODLESS (2024) nochmals gesteigerte Dynamik. Einige Beispiele: Das Titelstück und ‘Born To Rot’ ent­wickeln enorme Neo-Thrash-Schubkraft. ‘Hybrid Horde Eternal’ kontrastiert Blastbeats mit Doom. ‘Death March’ marschiert auf schwarzen Dissonanzen mit Bolt Thrower-Wucht stoisch voran. ‘Rites Of Blasphemy’ hebt wiederum befreundete Nachbarn wie Asinhell oder Hail Of Bullets empor. Auch nordamerikanische Krachmacher hinterlassen ihre Spuren. So trägt das epische, für eine cineastische Mumienausgrabung prädestinierte ­‘Scorched By Cosmic Fire’ Nile-Züge, während das bedrohlich-gedrosselte, orchestral ausklingende ‘Infernal Eternity’ als Temple Of Dreads ‘Seasons In The Abyss’ durchgeht. Mitreißend fallen zudem dem Heavy Metal entlehnte Momente aus, die ‘Blood Pyre’ zum Fäusterecker formen. Der nächste Extrastempel im Fleißheftchen ist damit gesichert.

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Quelle: METAL HAMMER.de